Lokalanästhetika

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

  • Arzneimittel, die eine reversible, örtlich begrenzte Ausschaltung des Schmerzempfindens durch Hemmung der Impulsweiterleitung entlang der Nervenfaser und im Bereich der Nervenendigung bewirken. Reihenfolge der Reizausschaltung: Schmerz-Druck-Wärme-Motorik.
  • Merke! Häufig werden Kombinationen von Lokalanästhetika mit Vasokonstriktoren (Adrenalin, Noradrenalin) zur Reduktion der Systemtoxizität und Verlängerung der Wirkdauer angewendet (kontraindiziert bei Anwendung im Bereich der Akren!).

Unerwünschte Wirkungen

  • Z.T. Ausdruck eines toxischen Plasmaspiegels des verwendeten LA, Kardiodepression, Rhythmusstörungen (Maßnahme: Atropin 0,25-0,5 mg = 1/2-1 Amp. s.c.), zentrale Erregung mit Senkung der Krampfschwelle (Prophylaxe: Diazepam-Prämedikation 5-10 mg), Atemdepression.
  • Unverträglichkeitsreaktionen von LA sollen bei 0,1-1% aller submukösen oder subkutanen Injektionen vorkommen, wobei über 50% der Reaktionen bei zahnärztlicher Behandlung auftreten. Nachuntersuchungen an größeren Kollektiven zeigen, dass psychovegative Reaktionen die häufigste Ursache für sog. LA-Unverträglichkeiten sind. Weniger als 1% der "sensibilisierten" Patienten zeigten echte positive humorale oder zelluläre Immunreaktionen.

Literatur
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  1. Rader S et al. (2003) Diagnostik und Reexposition bei Lokalanästhetika-Unverträglichkeit. Allergologie 10: 423-428

Tabellen

Übersicht über die häufigsten Lokalanästhetika

Substanz

Konzentration / Indikation

Fertigpräparate

Articain

1-5% zur Infiltrations- und Regionalanästhesie

z.B. Ultracain

Benzocain

5-20% als Creme, Salbe oder Puder zur Leitungsanästhesie

z.B. Anaesthesin

Bupivacain

0,25-0,75% zur Leitungs-, Infiltrationsanästhesie, Sympathikusblockade

z.B. Carbostesin

Chlorethan

100% als Spray zur Oberflächenanästhesie

z.B. Chloraethyl Dr. Henning

Cinchocain

0,05-2% zur Schleimhautanästhesie

z.B. DoloPosterine N

Lidocain

0,5-2% zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie, 2-5% als Salbe, Lösung oder Gel zur Oberflächenanästhesie

z.B. Xylocain

Mepivacain

0,5-4% zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie

z.B. Meaverin, Scandicain

Prilocain

0,5-2% zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie

z.B. Xylonest

Procain

1-2% zur Infiltrationsanästhesie

z.B. Novocain

Quinisocain

0,5% als Salbe zur Oberflächenanästhesie

z.B. Haenal

Ropivacain

0,2-1% zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie

z.B. Naropin

Tetracain

0,5% als Lösung zur Oberflächenanästhesie

z.B. Ophtocain N

Kombinationspräparate

Lidocain

Diphenhydramin

2%

1,2% als Gel zur Oberflächenanästhesie

z.B. Anaesthecomp N

Lidocain

Prilocain

2,5%

2,5% als Creme zur Oberflächenanästhesie

z.B. EMLA

Mepivacain

Polidocanol

1,5%

1% als Gel zur Schleimhautanästhesie

z.B. Meaverin

Mepivacain

Polidocanol

0,5%

4% als Gel zur Oberflächenanästhesie

z.B. Thesit

Tetracain

Polidocanol

0,5%

0,1% als Lösung zur Schleimhautanästhesie

z.B. Acoin

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