Liposuction

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Fettgewebsabsaugung

Definition

Schonende chirurgische Methode zum Entfernen von überschüssigem, kosmetisch störendem subkutanen Fettgewebe durch Aspiration mit Hilfe einer weitlumigen Kanüle (Durchmesser 2-3 mm). Sie wird meist ambulant in Tumeszenz-Anästhesie durchgeführt. Bei größeren Aspiratonsvolumina ist Substitution von Flüssigkeit und Elektrolyten notwendig. Ambulant sollten nicht mehr als 1,5 l Fettgewebe, insgesamt nicht mehr als 3,0 l abgesaugt werden. Anschließend Kompressionsverband für 1-4 Wochen.

Indikation

Lokalisierte, umschriebene Fettgewebsvermehrung (z.B. Cellulite, Reithosenfettsucht, Doppelkinn), Gynäkomastie, Lipome, benigne symmetrische Lipomatose.

Durchführung

Nach 1-1,5 Stunden Einwirkzeit der unterspritzten Tumeszenzanästhesie-Lösung im Fettgewebe nochmalige Nachinfiltrierung bis zum Erreichen einer prallen Konsistenz des Gewebes. Über kleine Inzisionen an verschiedenen Stellen wird der Zugang für die Kanüle geschaffen und das Fett aspiriert. Bei größeren Aspirationsvolumina werden je nach abgesaugtem Volumen 4 Schweregrade unterschieden, die ggf. Vollnarkose und Substitution von Flüssigkeit und Elektrolyten erfordern:
  • Kategorie 1: bis 600 ml; Lokal- und Vollnarkose. Postoperativ Ringerlactat.
  • Kategorie 2: 600-1200 ml; Vollnarkose. Postoperativ Ringerlactat, 5%ige Glukose.
  • Kategorie 3: 1200-2200 ml; Vollnarkose. Postoperativ Ringerlactat, 5%ige Glukose, evtl. Albumin.
  • Kategorie 4: 2200-3000 ml; Vollnarkose. Postoperativ Ringerlactat, 5%ige Glukose, Albumin, evtl. Bluttransfusion.

Komplikation(en)

Wellenbildung der Haut durch zu oberflächliche Liposuction oder falsche Kanülenstärke. Bindegewebiger Umbau der Subkutis mit narbigen Strängen und Einziehungen der Oberfläche, v.a. bei zu forcierter Aspiration. Lymphödeme durch Verletzung von Lymphgefäßen. Verletzungen von Muskulatur, Gefäßen oder Nerven bei zu tiefer Aspiration. Infektionen, Hämatokriterniedrigung, RR-Abfall, hypovolämischer Schock, Thrombose, Lungenembolie, Fettembolie.

Literatur
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  1. Garman ME et al. (2003) Unusual infectious complications of dermatologic procedures. Dermatol Clin 21: 321-335
  2. Hanke CW et al. (1990) The safety of dermatologic liposuction surgery. Dermatol Clin 8: 564–568
  3. Lehnhardt M et al. (2003) No problem with liposuction? Chirurg 74: 808-814
  4. Mantse L (1987) Liposuction Under Local Anaesthesia. A Retrospective Analysis of 100 Patients. J Dermatol Surg Oncol 13: 1333–1338
  5. Müller RPA (1990) Liposuction. Hautarzt 41: 405
  6. Newman J et al. (1984) Evaluation of 5458 Cases of Liposuction Surgery. Am J Cosmetic Surg 1: 25–28
  7. Schmeller W et al. (2003) Autologer Fetttransfer. Hautarzt 54: 1185-1189
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