Lipom (Übersicht) D17.0

Zuletzt aktualisiert am: 08.12.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Angiomyolipom; Fettgewebsgeschwulst; Lipoma; Lipom chondroides; Lipom pleomorphes; Lipom sklerotisches; Pleomorphes Lipom

Definition

Gutartige, umschriebene, knotige Neubildungen des subkutanen Fettgewebes, einzeln oder multipel vorkommend. Als Lipomatosen bzeichnet man seltene, syndromale, großvolumige Fettgewebshamartome.

Einteilung

Je nach Lokalisation in der Haut und in tiefer gelegenen Geweben sowie nach verschiedenen weiteren klinischen Gesichtspunkten lassen sich unterteilen:

Ätiopathogenese

Familiäre Häufung besonders bei Lipomatose.

Manifestation

Vor allem im mittleren Lebensalter (> 30 Jahre) auftretend. Männer sind häufiger als Frauen betroffen.

Lokalisation

Das klassische Lipom wird v.a. am Rumpf, hier v.a. an den Schultern, an Armen, Oberschenkeln angetroffen.

Seltener sind kleinere Lipome im Stirnbereich (frontalis-associated lipomas) ide kosmetisch stören. 

Klinisches Bild

Solitäre oder multiple (2-3% der Fälle) sicht- oder nur tastbare, weiche oder prall-elastische, runde oder längliche, gut abgrenzbare, im Durchmesser 2,0-5,0 cm (ausnahmsweise bis 10 cm) große, meist subkutan gelegene, weiche oder feste Geschwulst, die sich gegenüber tiefer gelegenen Strukturen verschieben und abgrenzen lassen. Das Lipom wölbt häufig die darüber gelegene Haut halbkugelig vor und ist somit sichtbar konturbildend. Lipome sind subjektiv meist symptomlos. Gelegentlich Schmerzen (durch Druck auf Nervenenden?).

Sonderformen:

  • Multiple schmerzende Lipome  werden als Lipomatosis dolorosa bezeichnet (vorwiegend adipöse Frauen in und nach der Menopause).
  • Das subfasziale Lipom findet sich als solitäres, harmloses hautfarbenes, festes Knötchen (oder Knoten) an der Stirn (forehead lipoma).
  • Intramuskuläre Lipome treten bei Erwachsenen v.a. im Schulter- und Beckenbereich, als schmerzlose weiche Schwellung des Gewebes auf.  

Abzugrenzende Fehlbildungen des Fettgewebes: 

 

Histologie

Umschriebene, durch Septen unterteilte Fettgewebsgeschwulst aus reifen Adipozyten mit einer zarten Bindegewebskapsel. Nicht selten Nachweis von Fettgewebsnekrosen mit Schaumzellen und einzelnen Riesenzellen. Durch histologische Besonderheiten lassen sich bei stärkerer Fibrosierung das Fibrolipom und bei ausgeprägter Muzineinlagerung das Myxolipom abgrenzen.
  • Histologische Varianten:
  • Als morphologische und klinische Besonderheit sind das Hibernom und das im Kindesalter auftretende Lipoblastom anzusprechen. Das pleomorphe Lipom ist weitgehend identisch mit dem Spindelzellipom und zeigt als histologische Besonderheit blumenbüschelartige Riesenzellen (Riesenzellen mit einem eosinophilem Zentrum).
  • Beim sklerotischen Lipom imponiert vordergründig ein bindegewebiges Parenchym, stellenweise mit storiformem Muster, in das reifzellige Adipozyten eingestreut sind (Bild eines Schweizer Käse).
  • Beim Myolipom kommt es zu unterschiedlichen Beimengungen von glatter Muskulatur.
  • Das Angiomyolipom, überwiegend als Nierentumor im Rahmen der Pringle-Bournevilleschen Phakomatose auftretend, seltener in anderen Organen (u.a. auch in der Haut), zeigt neben einer Gefäßkomponente einen unterschiedlichen Anteil an glatter Muskulatur, teils mit epitheloidem Charakter (positiv für HMB45!).
  • Im chondroiden Lipom, werden chondroide Differenzierungen im Tumorparenchym angetroffen. Die reifzelligen Adipozyten weisen auf die Gutartigkeit des Tumors hin.

Differentialdiagnose

Therapie

Literatur
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  1. Aydogdu E et al. (2004) Giant lipoma of the back. Dermatol Surg 30: 121-122
  2. Bardazzi F et al. (2003) Subungual lipoma. Br J Dermatol 149: 418
  3. Barde NG et al. (2014) Frontalis-associated lipoma: a rare case
    report. Indian J Dermatol 59:96-98
  4. Brass D et al. (2015)  Successful treatment of forehead lipoma depends on knowledge of the surgical anatomy: a step-by-step guide. Clin Exp Dermatol.  doi: 10.1111/ced.12741
  5. Choi HS et al. (2003) Lipoma of the index finger. J Dermatol 30: 834-836
  6. Mentzel T (2000) Lipomatous tumors of the skin and soft tissue. New entities and concepts. Pathologe 21: 441-448
  7. Zelger B (2003) Nerven-, Muskel-, Knorpel-, Knochen- und Fettgewebetumoren der Haut. In: Kerl H et al. (Hrsg) Histopathologie der Haut. Springer Verlag, Berlin Heidelberg New York, S. 848-855

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