Leiomyosarkom pilares C49.-

Synonym(e)

Pilares Leiomyosarkom; Sarkom Leiomyosarkom

Definition

Maligne Geschwulst der glatten Muskulatur, meist von Haarbalgmuskeln aber auch von der vaskulären Muskulatur ausgehend.

Einteilung

  • Insgesamt werden 6 Typen unterschieden, die sich in Dignität und Klinik (auch Lokalisation) deutlich voneinander unterscheiden. Für die Dermatologie sind aus differentialdiagnostischen Gründen nur die Typen 1-4 von Interesse; zusätzlich werden noch einige Varianten abgetrennt, die sich überwiegend durch histologische Besonderheiten kennzeichnen:
    1. Kutanes (piläres) Leiomyosarkom: Günstige Prognose, Neigung zu Lokalrezidiven (15%)
    2. Subkutanes Leiomyosarkom: Schlechte Prognose und Tendenz zur frühzeitigen (15%) Metastasierung (regionäre Lymphknoten, Lunge)
    3. Vaskuläres Leiomyosarkom (5%)
    4. Genitales Leiomyosarkom (5%)
    5. Intraabdominelles Leiomyosarkom (40%)
    6. Tiefes Leiomyosarkom der Extremitäten (20%).
  • Histologische Varianten:
    • Myxoides Leiomyosarkom (häufig im Genitalbereich)
    • Granularzellleiomyosarkom (histologische Diagnose)
    • Leiomyosarkom mit prominenten osteoklastenähnlichen Riesenzellen (Riesenzellvariante des Leiomyosarkoms mit ausgesprochen schlechter Prognose)
    • Sklerotisches Leiomyosarkom (klinisch keloidartig)
    • Epitheloides Leiomyosarkom (keine klinische Besonderheit).

Vorkommen/Epidemiologie

Leiomyosarkome haben ca. 10% Anteil an der Gesamtmenge der Weichteilsarkome. Nach dem Dermatofibrosarcoma protuberans ist das Leimyosarkom das zweithäufigste Sarkom.

Manifestation

Auftreten ist in jedem Lebensalter möglich. Nach dem 60. Lebensjahr ist das Auftreten etwas häufiger als bei jüngeren Patienten.

Lokalisation

Vor allem an der unteren Extremität auftretend.

Klinisches Bild

Im folgenden beschränken wir uns auf die Klinik der dermalen und subkutanen Leiomyosarkome.

  • Die kutanen (pilären) Leiomyosarkome imponieren als 2,0-5,0 cm große, gegen die Unterlage verschiebliche, mit der bedeckenden Dermis verwachsene Plaques oder Knoten, die schmerzhaft sein können (wie auch Leiomyome). 
  • Bemerkung: Es hat sich gezeigt hat, dass die Prognose dieser glattmuskulären Geschwülste von ihrer Eindringtiefe abhängen. Dermal begrenzte Tumorne rezdivieren selten und metastasieren nie. Insofern wurde der Name: "atypischer glattmuskulärer Tumor der Haut" vorgeschlagen. Sobald eine Infiltration der Subkutis vorliegt, haben sie ein metastatisches Potenzial und werden als "pilare Leiomyosarkome" bezeichnet.     
  • Die pilaren Leiomyosarkome (hauptsächlich an der unteren Extremität) imponieren als derbe, scharf begrenzte Tumormassen; sie neigen zu oberflächlicher Ulzeration.

Histologie

  • Meist unscharf begrenzter Tumor (dermal oder subkutan gelegen) mit infiltrierendem, destruierendem Wachstum sowie mit den histologischen und immunhistologischen Charakteristika glatter Muskulatur. Typisch ist ein faszikulärer Aufbau mit hoher Zellularität. Es imponiert ein spindeliger Zelltyp, meist mit kräftig eosinophilem Zytoplasma, der sich in Nestern und Bündeln organisiert. Es können storiforme oder Palisaden-artige Strukturen auftreten. Hervortretend ist meist eine deutliche Kernpolymorphie, auch mehrkernige Riesenzellen sowie zahlreiche pathologische Mitosefiguren. Monströse Riesenzellen können in einigen Varianten das histologische Bild dominieren (Leiomyosarkom mit prominenten osteoklastenähnlichen Riesenzellen).
  • Immunhistologie: Reaktivität für Glattmuskelaktin und (inkonstant) Desmin. h- Caldesmon +; Zytokeratin +/-.

Diagnose

Der histologische Befund ist diagnostisch wegweisend.

Bestrahlungstherapie

Interne Therapie

Operative Therapie

Verlauf/Prognose

Frühzeitig erfolgt die Metastasierung in die regionären Lymphknoten. Auch hämatogene Metastasierung in die Lungen ist möglich, insbes. bei subkutanen Tumoren. Hohe lokale Rezidivquote.

Nachsorge

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Literatur
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  1. Altinok G et al. (2002) Primary leiomyosarcomas of the skin. Scand J Plast Reconstr Surg Hand Surg 36: 56-59
  2. Humphreys TR et al. (2004) Superficial leiomyosarcoma treated with Mohs micrographic surgery. Dermatol Surg 30: 108-112
  3. Kuflik JH et al. (2003) Dermal leiomyosarcoma. J Am Acad Dermatol 48(5 Suppl): S51-53
  4. Schadendorf D et al. (1993) Primary leiomyosarcoma of the skin. Acta Derm Venereol 73: 143-145
  5. Stieler W et al. (1991) Primäres kutanes Leiomyosarkom. Hautarzt 42: 44-47

Disclaimer

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Zuletzt aktualisiert am: 13.05.2016