Leiomyomatose hereditäre mit Nierenzellkarzinom

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

hereditäres Leiomyomatose - Nierenzellkarzinom - Syndrom ; hereditary leiomyomatosis renal cell cancer syndrome ; HLRCC

Definition

Sehr seltene, autosomal dominant vererbte Systemerkrankung ( OMIM 605839) mit multiplen Leiomyomen der Haut und des Uterus, assoziiert mit einem papillären Nierenzellkarzinom.

Ätiopathogenese

Der Erkrankung liegen Keimbahnmutationen des FH Gens (Fumarathydratase-Gen) zugrunde. Das FH-Gen liegt auf Chromosom 1 (1q42.3-43), besteht aus 10 Exons und kodiert für das Enzym des Zitronesäurezyklus der Fumarathydratase. Von den nachgewiesenen 155 Mutationen sind 58% Missens-, 27% Frameshift - sowie 9% Nonsensemutationen. Eine Korrelation zwischen dem Genotyp der FH-Mutation und dem Phänotyp konnte bisher nicht eruiert werden.

Die Mutationen führen zu einer Akkumulation von Fumarat; dies führt über versch. Mechanismen zu einem Anstieg von HIF (Hypoxie-induzierter Faktor). Der erhöhte HIF-Spiegel wiederum induziert die Transkription von Wachstumsfaktoren wie VEGF (vascular endothelial growth factor) und GLUT-1 (glucose-transporter type 1), ein Zustand der bei der vorliegenden genetischen Disposition  zu den  entsprechenden Tumorproliferationen führt.    

Manifestation

Erstes Auftreten zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr; Progredienz im weiteren Verlauf an Größe und Zahl.

Klinisches Bild

Das Leitsymptom der HLRCC sind kutane, seltener solitäre, meist jedoch multiple, gruppierte, auch streifenförmig angeordnete, 0,2 - 1,0 cm große, hautfarbene bis bräunliche, häufig druckschmerzhafte Knötchen und Plaques. Leiomyome werden bei diesem Syndrom bei etwa 75% der Patienten angetroffen. Bei fast allen betroffenen Frauen treten Leiomyome des Uterus auf. Zusätzlich werden bei etwa 15% der betroffenen Patienten Nierenzellkarzinome diagnostiziert (meist unilateral, solitär und aggressiv im Verlauf). In Kombination mit HLRCC beschrieben sind auch Uterussarkome, Prostatakarzinome, Mammakarzinome.

Diagnose

Bei Patienten mit einer kutanen Leiomyomatose ist eine molekulargenetische Untersuchung indiziert. Sollte diese eine Mutation des FH Gens bestätigen, so ist bei den genetisch ebenfalls betroffenen Familienangehörigen eine engmaschige Tumorvorsorge indiziert.

Literatur
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  1. Bruce H et al. (2009) Cutaneous manifestations of internal malignancy. Cancer J Clin 59: 73-98
  2. Frank J et al. (2011) Hereditäre Stoffwechselerkrankungen mit kutaner Manifestation. Hautarzt 62: 98-106
  3. Valero T et al. (2016) Schmerzhafte Knoten. J Dtsch Dermatol Ges 14: 627-629

Disclaimer

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