Laser

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

dermatologische Laser; dermatologische Lasertherapie; Dye-Laser; Kohlendioxid-Laser; Lasertherapie; Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation

Definition

Akronym für "Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation". Durch stimulierte Emission von Strahlung erfolgt eine kohärente Verstärkung elektromagnetischer Schwingungen, wodurch gebündeltes, monochromatisches, energiereiches Licht mit hoher Intensität und guter Fokussierbarkeit erzeugt wird. Als aktive Medium des Lasers können Festkörper (z.B. Rubinkristalle), Flüssigkeiten (Farbstofflösungen, z.B. Rhodamin 6G oder Gase (z.B. Argon, CO2) gewählt werden.

Allgemeine Definition

  • Laser können ihre Energie kontinuierlich (continous wave -cw-) oder in Pulsen (gepulste Laser) abgeben. Gepulste Laser produzieren Lichtblitze im Mikrosekundenbereich. Extrem kurze Belichtungszeiten und sehr hohe Leistungen können durch eine Güteschaltung (quality switch -qs-) erzielt werden.
  • Medizinisch wichtige Laser (in Klammern emittierte Wellenlängen):
    • Alexandrit-Laser (755 nm): Mit dem gütegeschalteten Alexandritlaser werden Tätowierungen und pigmentierte Hautveränderungen behandelt. Die Wirkungsweise und Nebenwirkungsrate sind ähnlich wie beim Rubinlaser.
    • Argon-Laser (488 nm): seit 1975 vor allem zur Behandlung von Gefäßveränderungen der Haut und bei oberflächlichen Pigmentveränderungen eingesetzt. Das Licht des Argonlasers kann etwa 1 mm tief in die Haut eindringen. Durch die aufgenommene Energie werden die Gefäße verschlossen bzw. die pigmentierten Zellen zerstört. Das Risiko für Narben und Farbveränderungen ist höher als beim Farbstofflaser.
    • CO 2 -Laser (10.600 nm): Ablativer Laser, geeignet zum "Skin-Resurfacing", zur Glättung von Aknenarben, aber auch zur Abtragung von Xanthelasmen und Syringomen. Das Prinzip der CO2-Laserbehandlung beruht auf der Verdampfung der obersten Hautschichten. Die Energie der Laserimpulse wird von wasserhaltigen Zellen aufgenommen und in Wärme umgewandelt.
    • Dioden-Laser (v.a. 805-810 nm): Speziell für die Epilation (Photoepilation) konstruierter Laser. Als Lichtquelle werden Dioden (Halbleiter) verwendet.
    • Erbium-YAG-Laser (2.940 nm): Ablativer Laser mit ähnlichem Einsatzbereich wie CO2-Laser. Er entwickelt im Vergleich zum Kohlendioxid-Laser weniger Hitze (kalte Abtragung). Die Behandlung ist dadurch schmerzärmer und die behandelte Haut heilt schneller ab. Der Nachteil dieses Lasertyps ist, dass durch fehlende Hitzeentwicklung kein Kollagenshrinking und keine Blutstillung stattfindet. Der Effekt der Glättung ist dadurch etwas geringer.
    • Excimer-Laser (308 nm): Aufgrund des Emissionsspektrums vor allem zur Behandlung einzelner Psoriasis-Plaques bei der chronisch stationären Psoriasis vulgaris verwendet.
    • Farbstoff-Laser (585-600 nm): Mit dem gepulsten Farbstofflaser können Naevi flammei, senile Angiome und Naevi aranei entfernt werden. Die Wirkung beruht auf dem Prinzip der sogenannten selektiven Photothermolyse. Dabei wird das Licht des Lasers von pigmentreichen Strukturen aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Durch diese Hitze wird die jeweilige Zielstruktur selektiv geschädigt bzw. zerstört. Zielstrukturen des Farbstofflasers sind u.a. kleine Hautgefäße, u.a. Besenreiser.
    • Neodym-YAG-Laser (QS: 532 nm; gepulst 1064 nm): Der langgepulste Nd-YAG-Laser ist vor allem für die Therapie von Gefäßveränderungen geeignet. Bei knotigen Naevi flammei und bei dicken bzw. tief liegenden Blutschwämmchen wird ein dünner Lichtleiter in das Gewebe eingeführt und ermöglicht somit eine Behandlung in der Tiefe. Das Licht des Nd-YAG-Lasers wird von den Blutkörperchen absorbiert. Diese kleben zusammen, und verschließen die Gefäße. Tätowierungen lassen sich mit dem gütegeschalteten Nd-YAG-Laser sehr gut entfernen.
    • Rubin-Laser (694 nm): Der gütegeschaltete Rubin-Laser eignet sich besonders zur Entfernung von Tätowierungen, von Schmutzeinsprengungen, Permanent Make-Up und gutartigten pigmentierten Hautveränderungen. Das Licht des Rubinlasers wird von Melanosomen aufgenommen, die dadurch zerstört werden. Es entsteht eine Entzündung, die Makrophagen anzieht. Diese nehmen die Farbpartikel auf und transportieren sie ab. Weitere Farbteilchen werden durch die Abheilung der Krusten, die sich an den behandelten Stellen bilden, entfernt. Zur dauerhaften Epilation wird der langgepulste Rubinlaser eingesetzt.
  • Blitzlampen (250-1200 nm): Eine Laser-ähnliche Technologie stellt die Blitzlampen-Technik (IPL-Technik) dar. Ihr vorrangiger Einsatzbereich sind diffuse, auf Teleangiektasien beruhenden Erytheme. Auch zur Photoepilation geeignet. IPL-Licht wird z.B. von einer Xenon-Lampe emittiert.

Hinweis(e)

Für die dermatologische Lasertherapie werden je nach Ausdehnung der zu behandelten Flächen die analogen Gebührenpositionen Nr. 2440 GOÄ (< 7,0 cm²) Nr. 2885 GOÄ (7 cm² - 21 cm²) oder 2886 GOÄ (> 21 cm²) herangezogen. Es ist dabei nicht entscheidend, wie viele der genannten Hautveränderungen und mit welchem Laserverfahren behandelt wird. Ausschließlich ist die Ausdehnung der Fläche insgesamt zu bewerten. Werden beispielsweise in einer Sitzung Verruae  vulgares mit einer Ausdehnung von etwa 18 cm², sowie weitere Verrucae mit einer Ausdehnung von 4 cm² mittels Laser behandelt, so ist einmal die analoge Nr. 2886 GOÄ berechnungsfähig.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Almirall,Herrmal (2014) Wirtschaftsbriefe Dermatologie 10:7
  2. Basov NG, Prokhorov AM (1954) 3-level gas oscillator. Zh Eksp Teor Fiz (JETP) 27: 431
  3. Gordon JP, Zeiger HJ,Townes CH (1955) The Maser. New type of amplifier, frequency standard and spectrometer. Physiol Rev 99: 1264-1274
  4. Greve B, Raulin C (2003) Medizinische dermatologische Lasertherapie: Eine Übersicht. Hautarzt  54: 594-603
  5. Hohenleutner U et al. (1995) Rubinlaser: Medizin oder Kosmetik? Z Hautkr 70: 875-876
  6. Kaufmann R (1992) Aktueller Stand und neue Trends in der dermatologischen Lasertherapie. Z Hautkr 67: 495-502
  7. Kimmig W (2003)  Lasereingriffe in der Dermatologie: Risiken und Chancen. Hautarzt 54: 583-593
  8. Raulin C (1996) Möglichkeiten und Grenzen des gepulsten Farbstofflasers. Z Hautkr 71: 96-102
  9. Stratigos AJ, Dover JS, Arndt KA (2003) Lasertherapie in der ästhetischen Dermatologie. Hautarzt 54: 603-613

Tabellen

Lasertyp

Wellenlänge

Pulsdauer

Energie

Pulsfrequenz

Leistung

Anwendungen

Alexandrit-Laser

755 nm

bis 40 ms

50J/cm2

10 Hz

Entfernung von Tätowierungen, Epilation, Hyperpigmentierung

Argon-Laser

488 nm und 514 nm

bis 5 W

Hämangiome, senile Angiome, N. flammeus, Teleangiektasien

Dioden-Laser

805 (635-900) nm

bis 100 ms

bis 60 J/cm2

bis 2 Hz

1600 W

Epilation

Excimer-Laser

308 nm

8 ns

10 mJ

bis 200 Hz

50 mW

Vitiligo, Psoriasis vulgaris und andere entzündliche Dermatosen

CO2-Laser

10.600

< 1,4 ms

1-500 mJ

1-100 W

Schneiden ("Skalpell"), Vaporisieren, Materialbearbeitung

Ultrafine Encore-Laser

< 2 ms

1-250 mJ

1-60W

Laserpeeling, Skinresurfacing, Blepharoplastik

Rubin-Laser

694 nm

40 ns bis 2 ms

10-500 mJ

1-5 Hz

100 W

Entfernung von Tätowierungen, Pigmentstörungen

Nd-YAG-Laser

Qs: 532 nm

4-5 ns

200 mJ

bis 10 Hz

5-100 W

Gefäßerkrankungen, Entfernung von Tätowierungen (rot, gelb, orange), hypertrophe Narben

gepulst: 1064 nm

5-6 ns

400 mJ

bis 10 Hz

5-100 W

Entfernung von Tätowierungen, Koagulation, Schneiden ("bare fiber")

gepulster Farbstoff-Laser

585-600 nm

500 µs oder 1500 µs

bis 20 J/cm2

2-9 kW

Naevus flammeus

Erbium-YAG

2940 nm

100-400 µs

0,1-2 J

bis 33,3 Hz

bis 20 W

Lentigines, aktinische Keratosen, flache seborrhoische Keratosen, Milien

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