Kontaktdermatitis toxische L24.-

Zuletzt aktualisiert am: 27.11.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Abnutzungsdermatose; Acute irritant contact dermatitis; Dermatitis degenerative; Dermatitis irritans; Dermatitis toxica; Ekzem kumulativ-toxisches Kontaktekzem; Ekzem toxisch degeneratives; Ekzem traumiteratives; Handekzem kumulativ-toxisches; Irritative Kontaktdermatitis; Kumulativ toxisches Handekzem; Toxic dermatitis; Toxische Dermatitis; Toxische Kontaktdermatitis; Toxisches Kontaktekezem

Definition

Exogen ausgelöste, akut- oder chronisch verlaufende Entzündung der Haut, die im Gegensatz zu einer allergischen (kontaktallergischen) Kontaktdermatitis nicht durch eine zuvorige Sensibilisierung ausgelöst wird und i.A. streng auf den Expositionsort begrenzt bleibt. Bei einer chronischen Handdermatitis und entsprechend disponierten Patienten muss eine Berufserkrankung abgeklärt werden.   

Einteilung

"Ekzemkrankheiten" nach chronischen irritativen Einwirkungen (n. Rueff F und Schnuch A 2018)

Lokalisation

In den allermeisten Fällen sind die Hände betroffen (90%); seltener die Füße oder andere bedeckt getragen Körperpartien. 

Klinisches Bild

Streng auf den Expositionsort begrenzte (Handrücken, Fingerzwischenräume, seltener  Handflächen), flächige, schuppende und juckende Erytheme, gruppierte Knötchen und Plaques. Daneben auch Erosionen, Krusten und Kratzeffekte.    

Therapie

Meiden bzw. Reduktion der einwirkenden Kontaktnoxe. Je nach Ausprägungsgrad und Akuität rein äußerliche oder interne Therapie.

Externe Therapie

Phasengerechte Therapie der Dermatitis, s.u. Ekzem.

Initial mittelstarke bis starke Glukokortikoide, in wässriger Grundlage, in Lösung oder hydrophiler Creme, wie 0,1% Hydrocortisonbutyrat (z.B. Laticort Creme) oder 0,1% Triamcinolonacetonid (z.B. Triamgalen, R259 ). Im nässenden oder chronischen Ekzemstadium mittelstarke bis starke Glukokortikoide in fettenden Grundlagen wie Laticort Salbe, 0,25% Prednicarbat (z.B. Dermatop® Creme/Salbe), 0,1% Mometasonfuroat (z.B. Ecural Creme/Salbe). Zudem feuchte Umschläge mit NaCl-Lösung, insbesondere bei nässenden Hautveränderungen, bei Anhalt für Superinfektion mit antiseptischem Zusatz wie Chinolinol (z.B. Chinosol 1:1000), R042 oder Kaliumpermanganat (hellrosa). Im vesikulösen Stadium fett-feuchte Behandlung mit topischen Glukokortikoiden in fettreicher Salbengrundlage (z.B. Hydrocortison 1% in Vasel. alb. (Hydrocortison-Salbe 1%) und feuchten Umschlägen, ggf. Baumwollhandschuh.

Bei stark schuppenden-hyperkeratotischen Formen bietet sich die Anwendung topischer Glukokortikoide auch unter Okklusion an.

Seifen und Waschmittel weglassen, Reinigung mit Öl-haltigen Bädern (Balneum Hermal, Balmandol, Linola Fett Ölbad). Versuch mit antiphlogistischen Externa wie Ichthyol (z.B. Ichthosin Creme). Nachbehandlung mit rückfettenden Externa in verträglicher Grundlage (Alfason repair, Excipial repair sensitiv, Linola Fett, Vaseline alb., Excipial® Mandelölsalbe) ggf. Zusatz von 2-10% Harnstoff R102 .

Ggf. Zarzenda Creme anwenden (international bekannt als Atopiclair®). Hierbei handelt es sich um eine steroidfreie, topische Multikomponenten-Creme mit stark juckreizlindernder, antientzündlicher Wirkung (2mal/Tag auftragen).

Bei beruflicher Bedingtheit: ggf. Hautschutzpräparate, Handschuhe etc. S.u. Berufsdermatosen.

Interne Therapie

Glukokortikoide (100-150 mg Prednisolonäquivalent/Tag) p.o., ggf. Antihistaminika wie Desloratadin (z.B. Aerius 1-2 Tbl./Tag) oder Levocetirizin (z.B. Xusal 1-2 Filmtbl./Tag). S.a. Ekzem.

Literatur
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  1. Crowson AN et al. (2003) Progress in the understanding of the pathology and pathogenesis of cutaneous drug eruptions: implications for management. Am J Clin Dermatol 4: 407-428
  2. Rueff F (2018) Toxische und allergische Kontaktdermtitis. In: Plewig G et al. Braun-Flaco`s Dermatologie,  Vnerolovgie und Allergologie. Springer Reference Medizin, Springer Verlag S 512
  3. Rustemeyer T et al. (1994) Contact allergies in medical occupations. Hautarzt 45: 834-844

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