Klimatologie medizinische

Zuletzt aktualisiert am: 16.04.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Aerosolkomplex; Biosphäre; medizinische Klimatologie; Wirkungskomplex aktinischer; Wirkungskomplex luftchemischer; Wirkungskomplex thermisch-hygrischer

Definition

Nach der Definition von Loewy (1924) als Teilgebiet der "Bio-Meteorologie" aufgefasst, das im Wesentlichen die atmosphärischen und terrestrischen Vorgänge an einem Ort, die sich aus der Gesamtzahl der Witterung gemessen über mindestens 3 Jahrzehnte ergeben und auf den Menschen einwirken können. Da alle Versuche gescheitert sind, die Klimareaktionen auf den Menschen auf einzelne Faktoren zu reduzieren, spricht man seit Linke (1922) von sog. Wirkungskomplexen. Für die Dermatologie wichtige Wirkungskomplexe sind:
  • Thermisch-hygrischer Wirkungskomplex: Beinhaltet die Klimadaten von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Windrichtung, sowie der Wärmestrahlung von Sonne, Himmel und an der Erdoberfläche.
  • Aktinischer Wirkungskomplex: Definiert sich durch die Wirkung der Sonnen- und Himmelsstrahlung im Spektralbereich von 280-2400 nm.
    Als Biosphäre bezeichnet man die auf die Oberfläche gelangende, biologisch bedeutsame Strahlung zwischen 280 und 2400 nm. Sie wird im Allgemeinen in Kalorie pro cm2 und Tag angegeben.
  • Luftchemischer Wirkungskomplex ("Aerosolkomplex" nach Jessel): Zusammengesetzt aus allen schwebefähigen Beimengungen der Luft, z.B. Gasanteile wie Kohlen- und Schwefeldioxide, Pollen, Halogene wie Fluor, Chlor, Brom und insbes. Jod sowie die verschiedenen Kerngrößen des "Brandungsaerosols" (d.h. die Meerwasserbeimengungen am Flutsaum gemessen im Seewind).
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