Keilexzision, mehrschichtige

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Erstbeschreiber

Dieffenbach, 1845

Definition

Die keilförmige Exzision einer Läsion erfolgt in der Regel dreischichtig, z.B. Haut-Muskelgewebe-Schleimhaut oder Haut-Knorpel-Haut.

Allgemeine Information

  • Mehrschichtige keilförmige Exzisionen können an Unter-, Oberlippe, an der Ohrmuschel und am Unterlid durchgeführt werden. Im Lippenbereich darf die Defektbreite 2 cm (etwa die Hälfte der Lippenbreite) nicht überschreiten, um einen Primärverschluss ohne auffällige Verziehung oder Verkleinerung der Mundöffnung zu gewährleisten. Von der Lippenrot- bis zur Schleimhautgrenze verläuft die A. labialis am Beginn des letzten Drittels. Hier kann die Arterie durch einen kleinen Schnitt freigelegt und ligiert werden. Die Lippenrotgrenze ist zur späteren Identifizierung durch dünne Haltefäden zu markieren. An der Schleimhaut sollte der Gingival-Sulcus wegen äußerster Drucksensibilität der Mukosa nicht in den Exzisionsbereich einbezogen werden. Ein schichtweise zu erfolgender Wundverschluss beginnt mit der Submukosa-Naht, sie vermeidet eine Penetration des Mukosaepithels und der resorbierbare Faden löst sich durch Speicheleinwirkung nicht vorzeitig auf. Auf die Adaptation der Muskulatur erfolgt die Hautnaht, die an der zuvor markierten Lippenrotgrenze beginnt (Abb. 1 a-c).
  • Wenn ein breiter Defekt vorliegt, kann die Schnittführung W-förmig oder pentagonal erfolgen. Im Bereich der Mundschleimhaut erfolgt die Inzision V-förmig und im Hautbereich W-förmig (V-W-Plastik). Dabei muss man den M. orbicularis oris teilweise durchtrennen, was eine Reanastomosierung nötig macht. Die Hautnaht verläuft umgekehrt Y-förmig, wodurch sich die Umgebungsspannung vermindert (Abb. 2 a-c).
  • Beträgt nach dreischichtiger Keilexzision an der Ohrmuschel der Breitendurchmesser des Defektes nicht viel mehr als 1 cm, gelingt meist ein Primärverschluss, ohne dass sich der Anthelixbereich vorwölbt (Abb.3a-c). Eine Defektgröße von mehr als ⅓ des Helixrandes hat ein Umklappen der Ohrmuschel zur Folge. In diesem Fall ist die Ohrmuschelverkleinerungsplastik nach Trendelenburg angezeigt.
  • Keilexzisionen am Unterlid, bei denen die craniale horizontale Schnittführung einen 5 mm großen Mindestabstand von der Lidkante einhält, können durch eine laterale Verschiebeplastik mit temporalem Burow-Dreieck versorgt werden (Abb. 4 a-c).

Literatur
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  1. Haneke E (1982) Closure of wedge excisions of the lip. J Dermatol Surg Oncol 8: 890-1
  2. Kaufmann R, Podda M, Landes E (2005) Dermatologische Operationen. Farbatlas und Lehrbuch der Hautchirurgie. Thieme, Stuttgart New York
  3. Knabel M, Koranda FC, Olejko TD (1982) Surgical management of primary carcinomas of the lower lip. J Dermatol Surg Oncol 8: 979-983
  4. Sebben JE (1985) Wedge resection of the lip: minimizing problems. J Dermatol Surg Oncol 11: 60-64
  5. Trias AA, Fresdena AC, Semeraro C (1982) Surgical treatment of carcinoma of the lip. J Dermatol Surg Oncol 8: 367-374

Weiterführende Artikel (1)

Ohrmuschelverkleinerungsplastik;
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