Kava

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Kava-Kava; Kawa-Kawa; Kawapfeffer; Piper methysticum; Rauschpfeffer

Definition

Die Kava ist eine Pflanzenart der Gattung Pfeffer (ursprünglich wahrscheinlich aus Neuguinea) aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae), die als immergrüne, strauchartig wachsende Pflanze Wuchshöhen bis etwa 3 Meter erreicht. Die Kava hat herzförmige, bis 20 cm große Blätter. Sie ist heimisch auf den Südseeinselns, v.a. Neu-Guinea.

Kava wird traditionell auf unterschiedliche Weisen in zahlreichen Kulturen des westpazifischen Raumes, aber auch in westlichen Kulturen als Medizin- oder als Genussmittel konsumiert. Hierfür werden frische oder getrocknete Bestandteile der Kava-Wurzel mit Wasser zu einem Getränk aufgegossen (Mazerat). Dieses wirkt entspannend und leicht euphorisierend. Wird die ganze Pflanze bei der Herstellung verwendet, enthält das Kava-Getränk ein speichelflussförderndes Enzym.

Kava-Kava Extrakte enthalten 5-12%  6-substituierte beta-Methoxy-lactone, die sog. Kavapyrone (oder Kavalactone). Hierzu gehören: Kavaine, Methysticine. Kavain und Dihydrokavain wirken sedierend und analgetisch. Flavokawain A. wirkt antiproliferativ, antikanzerogen, sowie hemmend auf die Angiogenese.  

Der komplette Kava-Kava-Extrakt weist eine beruhigende und angstlösende Wirkung auf.  

Dosierung und Art der Anwendung

Beschränkung auf 120 mg Kavalaktone, maximale Anwendungsdauer von zwei Monaten, Kontrolle der Leberwerte, rezeptpflichtig.
 

Hinweis(e)

Die Zulassung von Kava-Kava-Extrakten wurde im Jahr 2002 vom Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgrund hepatotoxischer Nebenwirkungen und fehlender Wirksamkeit zunächst widerrufen, eine Untersuchung konnte die Anhaltspunkte jedoch nicht bestätigen.
 

Literatur
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  1. Abu N et al. (2014) Flavokawain A induces apoptosis in MCF-7 and MDA-MB231 and inhibits the metastatic process in vitro. PLoS One 9:e105244.
  2. Brown AC (2016) Liver toxicity related to herbs and dietary supplements: Online table of case reports. Part 3 of 6. Food Chem Toxicoldoi:10.1016/j.fct.2016.07.001.
  3. Kuchta K et al. (201)  German Kava Ban Lifted by Court: The Alleged
  4. Hepatotoxicity of Kava (Piper methysticum) as a Case of Ill-Defined Herbal Drug Identity, Lacking Quality Control, and Misguided Regulatory Politics. Planta Med 81:1647-1653.
  5. Loew D (2012) In: Beer A M et al. [Hrsg.] Leitfaden Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis, Urban und Fischer Verlag S 170.
  6. Savage KM et al. (2015) Kava for the treatment of generalised anxiety disorder (K-GAD): study protocol for a randomised controlled trial. Trials 16:493.
  7. Sarris J et al. (201) Kava in the treatment of generalized anxiety disorder: a double-blind, randomized, placebo-controlled study. J Clin Psychopharmacol 33:643-648.

Verweisende Artikel (2)

Akutes Leberversagen; Piper methysticum;
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