Ivermectin

Zuletzt aktualisiert am: 27.11.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Halbwertzeit

Unterschiedliche Angaben: 10-35 h.

Wirkungen

Gesteigerte Freisetzung und Bildung von γ-Aminobutyrylsäure, die zur Paralyse der Parasiten führt.

Indikation

Therapieresistente Formen der Skabies, Onchozerkose. Auch bei therapieresistentem Kopflausbefall erfolgreich.

Ivermectin wird erfolgreich in einer 1% Creme-Applikation bei der entzündlichen (Demodex-überlagerten?) Rosazea eingesetzt (Präparat: Soolantra®). 

Schwangerschaft/Stillzeit

In der Muttermilich ist Ivermectin bis 12 Tage lang nachweisbar.

Dosierung und Art der Anwendung

  • Erwachsene und Kinder > 5 Jahren: 150-200 μg/kg KG p.o. als ED, bei Onchozerkose, Wiederholung alle 12 Monate.
  • Kinder < 5 Jahren: 0,15 μg/kg KG, Wdh. alle 6 Monate.
  • Bei der Skabies sollte Ivermectin nicht am Morgen sondern abends gegeben werden (Nachts wandern die unreifen Vorstufen der Milben über die Körperoberfläche!).
  • Bei der Skabies wird von vielen Autoren eine 2. Gabe nach 14 Tagen empfohlen (hierzu im Widerspruch steht die Angabe, dass 70-100% der Fällen nach einmaliger Einnahme bereits abheilen!).

Normkonzentration

Der Zeitpunkt des max. Serumspiegels liegt bei 4-5 Std.; die Konzentration nach oraler Gabe von 200 μg/kg KG beträgt 30-46 μg/Liter. Ivermectin wird nach oraler Einnahme in relvanten Konzentrationen in der Haut nachgewiesen. Die max. Konzentrationen zeigen eine enge Korrelation mit den im Serum gemessenen Konzentrationen (Max. 4-8 Std.). In den talgdrüsenreichen Arealen ist die Konzentration signifikant erhöht im Vergleich zu "nicht-seborrhoischen" Arealen.

Unerwünschte Wirkungen

Pruritus, Schwindel, Ödeme im Gesichtsbereich.

Kontraindikation

Schwangerschaft.

Präparate

Mectizan; Stromectol (in Deutschland nicht zugelassen, über die internationale Apotheke erhältlich).

Ivermectin kann auch lokal angewendet werden. Als Fertigarzneimittel ist Soolantra® erhältlich.

Hinweis(e)

Gute orale Resorption. Ausscheidung primär über die Faeces. Hinsichtlich der Bioverfügbarkeit (Reservoir in der Hornschicht) des Ivermectins ist bedeutsam, dass Waschvorgänge (Händewaschen, Baden, Duschen) während der Therapieperiode (3-5 Tage) max. eingeschränkt werden. Keine Reinigung der Kleider und Bettwäsche in dieser Zeit. Vor Ivermectin-Gabe ist die schriftliche Aufklärung und Zustimmung des Patienten empfehlenswert!

Patienteninformation

Merke! 2 Std. vor und nach Einnahme des Medikamentes sollte keine Nahrung aufgenommen werden!

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Haas N et al. (2003) Inside-out-Applikation von Ivermectin bei Skabies- eine Hypothese. JDDG 1: 933-937
  2. Karthikeyan K (2005) Treatment of scabies: newer perspectives. Postgrad Med J 81: 7-11
  3. Lawrence G et al. (2005) Control of scabies, skin sores and haematuria in children in the Solomon Islands: another role for ivermectin. Bull World Health Organ 83: 34-42
  4. Nofal A et al. (2010) Orales Ivermectin gegen Kopfläuse: ein Vergleich mit 0,5% topischer Malathionlotion. JDDG 8: 985-989

Weiterführende Artikel (5)

Makrolidantibiotika; Ödem; Onchozerkose; Pruritus; Skabies;
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