Inosin

Zuletzt aktualisiert am: 23.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Dimepranol; Dimepranolacetamidobenzoat

Definition

Synthetisches Derivat des Purins mit immunmodulatorischen und virustatischen Eigenschaften. Zwischenprodukt des Purinstoffwechsels (Purinnukleosid). Wirksamkeit ist umstritten.

Indikation

Zur Immunstimulation bei viralen Erkrankungen, insbes. bei subakut sklerosierender Panenzephalitis, Herpes simplex, Zoster, Masern, Zytomegalie und Epstein-Barr-Virusinfektion.

Schwangerschaft/Stillzeit

Strenge Indikations-Stellung! Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen bei Schwangeren oder Müttern in der Stillzeit vor.

Dosierung und Art der Anwendung

  • Herpes-simplex-Infektionen: Erwachsene je nach Schwere der Erkrankung 6-8 Tbl./Tag (alle 2-3 Std. eine Tbl.), Kinder 1/2-6 Tbl. auf mehrere Gaben über den Tag verteilt (50-100 mg Wirkstoff/kg KG/Tag).
  • Virusinfektionen bei immunsupprimierten Patienten: Erwachsene: 50 mg verteilt auf 3-5 ED, Kinder 100 mg Wirkstoffmischung/kg KG/Tag verteilt auf 2-4 ED.

Unerwünschte Wirkungen

Vorübergehende Erhöhung des Harnsäurespiegels in Serum und Urin (bedingt durch die Metabolisierung des Inosins). Allergische Reaktionen gegen Inosin oder andere Inhaltsstoffe der Medikamentenzubereitung (insbes. Urtikaria, Erythem), in sehr seltenen Fällen anaphylaktischer Schock.

Kontraindikation

Störungen des Purinstoffwechsels (Gicht, Hyperurikämie), Niereninsuffizienz, Harn- u. Nierensteinleiden, Neigung zu Extrasystolen, zerebrale Anfallsleiden, Magenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen u. Zöliakie.

Präparate

Isoprinosine

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