Induration

Zuletzt aktualisiert am: 21.07.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Umschriebene, 0,2-10,0 cm große (oder größere), solitäre oder multiple, lokalisierte, disseminierte, selten generalisierte Konsistenzvermehrungen der Haut. Indurationen der Haut sind nach den bisher gültigen Nomenklaturen keine eigentlichen Effloreszenzen. Indurationen sind jedoch Symptome, die große diagnostische Bedeutung haben und als solche auch zu erfassen sind. Der Begriff Induration beschreibt einen Tastbefund, der sich durch Konsistenzerhöhung deutlich von der gesunden Umgebung abgrenzt.

Allgemeine Information

Indurationen können unterschiedlich gefärbt sein und grenzen sich von einer Plaque durch ihr Verbleiben im Hautniveau ab. Von einem Fleck lässt sich die Induration durch den palpatorischen Befund abgrenzen. Ein Fleck wird eben dadurch charakterisiert, dass man "nichts" tastet, weder eine Hauterhabenheit (= Plaque) noch eine Konsistenzvermehrung (= Induration).

Pathogenetisch können einer Induration der Haut unterschiedliche Prozesse zugrunde liegen. Indurationen der Haut und auch der Subkutis werden bei der zirkumskripten Sklerodermie (Morphea) und der progressiven systemischen Sklerodermie beobachtet. Bei der Morphea liegt eine Hautsklerose zugrunde. Hierunter versteht man die Ansammlung von vermehrtem Kollagen in alterierter Anordnung und Faserstruktur mit homogenisiertem eosinophilem Aspekt und verminderter Zahl von Fibroblasten. Daraus resultieren charakteristische Strukturveränderungen der kollagenen Fasern (Vermehrung und Verdickung der Kollagenfaserbündel) und eine Schrumpfung des Gewebes. Bei der Sklerose ist die Haut umschrieben oder diffus verhärtet, kompakt, bei gleichzeitigem Verlust ihrer Elastizität. Beim Sklerödema adultorum Buschke kommt es zu massenhaften Einlagerungen von Proteoglykanen und damit zu einer flächigen, festen Konsistenzvermehrung der Haut.

Die diffuse, fibrosierende nephrogene Dermatopathie, die sich als Folge einer chronischen terminalen Niereninsuffizienz darstellt, führt zu einer flächenhaften, nahezu holzartig festen Induration von Haut und Subkutis durch erhöhte Kollagenproduktion. Das in Indien häufig geübte Kauen von Betelnüssen kann zu einer, bis heute ätiopathogenetisch unklaren, flächenhaften Induration der Mundschleimhaut führen.

Eine tiefe Induration erfasst die Subkutis und/oder die darunterliegenden Strukturen wie Faszien und Muskulatur. Der Begriff Induration beschreibt einen Tastbefund, der sich durch Konsistenzerhöhung deutlich von der gesunden Umgebung abgrenzt. Eine tiefe Induration kann plattenartig oder kugelig (s.u. Knoten), dolent oder indolent sein. Die darüberliegende Haut kann sich als vollständig normal oder aber auch verändert (z.B. gerötet) darstellen. Ein typisches Beispiel für eine plattenartige tiefe Induration ist das Shulman-Syndrom, eine mit Eosinophilie einhergehende Faszitis. Auch bei der tiefen zirkumskripten Sklerodermie lassen sich plattenartige, manchmal auch knotige, tiefe Indurationen nachweisen.

 

 

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