Imatinib

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Tyrosinkinaseinhibitor zur Behandlung von onkologischen Erkrankungen.

Wirkungen

  • Die Translokation zwischen den Chromosomen 9 und 22 ist bei der chronisch myeloischen Leukämie (CML) (Philadelphia-Chromosom) charakteristisch. Dabei entsteht das als BCR-ABL bezeichnete Onkogen.
  • Dieses Onkogen ist eine zytoplasmatische Tyrosinkinase, die verschiedene Substrate phosphoryliert. BCR-ABL unterbindet die normale Proliferation und Differenzierung der Zellen.
  • Durch Imatinib wird die BCR-ABL-Tyrosinkinaseaktivität gehemmt. Es blockiert spezifisch die Bindungsstelle für ATP an der Tyrosinkinase BCR-ABL. Dadurch wird die Übertragung von ATP-Phosphatgruppen auf Tyrosinreste der Substrate inhibiert.
  • Auf diese Weise wird die Signaltransduktion innerhalb von Zellen verhindert. Somit werden Prozesse der Migration, Invasion Angiogenese, Proliferation und Antiapoptose gestört.

Indikation

Schwangerschaft/Stillzeit

Im Tierversuch wurde Teratogenität beschrieben. Keine Anwendung während der Schwangerschaft oder Stillzeit!

Dosierung und Art der Anwendung

Zur Behandlung der CML: 400 mg/Tag (in der chronischen Phase) bzw. 600 mg/Tag (bei Blastenkrisen). Unter bestimmten Umständen, z.B. bei Progression der Erkrankung, Erhöhung auf 800 mg/Tag möglich.

Unerwünschte Wirkungen

Autoimmunphänomene und - erkrankungen. Deren Management und ggf. auch prophylaktische Behandlung von großer Bedeutung sind. Die häufigste Nebenwirkung stellt die immunvermittelte Colitis dar, bei der es je nach Schweregrad auch zu schweren, auch lang anhaltenden Diarrhöen kommen kann. Daneben werden auch andere immunvermittelte Erkrankungen wie die Hypophysitis, die Hepatitis, Iridocyclitis und die Exazerbation einer Lupusnephritis beobachtet.

Kontraindikation

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Präparate

Glivec

Literatur
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  1. Gabrielli A et al. (2007) Stimulatory autoantibodies to the PDGF receptor: a link to fibrosis in scleroderma and a pathway for novel therapeutic targets. Autoimmun Rev 7: 121-126
  2. Gabrielli A et al. (2007) Pathogenic autoantibodies in systemic sclerosis. Curr Opin Immunol 19: 640-645
  3. Goldman JM et al. (2003) Chronic myeloid leukemia - advances in biology and new approaches to treatment. N Engl J Med 349: 1451-1464
  4. Kähler HC et al. (2009) Hautveränderungen durch "targeted therapies" bei onkologischen Patienten. Hautarzt 60: 433-440
  5. Svegliati S et al. (2007) Stimulatory autoantibodies to PDGF receptor in patients with extensive chronic graft-versus-host disease. Blood 110: 237-241
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