Hyperpigmentierung (Übersicht) L81.89

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Unter einer Hyperpigmentierung im weiteren Sinne versteht man eine pathologische, angeborene oder erworbene, Braunfärbung der Haut oder Schleimhaut (s.u. Pigment, Pigmentierung, Melanose) infolge krankhafter Ansammlung eines endogenen oder exogenen Pigments.

Unter Hyperpigmentierungen im engeren Sinne (melanotische Hyperpigmentierung, s.a. Melanose) versteht man ein pathologisches, klinisches Farbsymptom, durch eine angeborene oder erworbene, solitäre oder multiple, lokalisierte oder disseminierte, in seltenen Fällen auch generalisierte bzw. universelle, melanotische Farbverstärkung (Braun/Schwarz/Blaufärbung) der Haut/Schleimhaut, hervorgerufen durch eine erhöhte Zahl von Melanozyten bzw. eine erhöhte lokalisierte Melaninbildung, oder durch Ablagerung von herdfern gebildetem Melanin (z.B. beim metastasiertem malignem Melanom) bzw. durch eine Kombinationen der versch. Mechanismen.

Treten Hyperpigmentierungen im Gefolge von entzündlichen Hauterkrankungen auf, werden sie als inflammatorische oder postinflammatorische Hyperpigmentierungen bezeichnet.

Einteilung

Eine Gliederung der unterschiedlichen Krankeitsbilder, deren einzige Gemeinsamkeit in dem Phänomen "Hyperpigmentierung" besteht,  ist schwierig.  Der Begriff "Hyperpigmentierung" bezeichnet eine patholoigische Braunverfärbung der Haut oder Schleimhaut. Physiologische z.B. durch Sonneneinfluss bedingte Pigmentierungen der Haut werden nicht als Hyperpigmentierung sondern als "Bräunung" bezeichnet. 

Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen:

  • lokalisierten Hyperpigmentierungen
  • generalisierten Hyperpigmentierungen.

Weiterhin zwischen:

  • angeborenen Hyperpigmentierungen 
  • erworbenen Hypergpigmentierungen.

Generalisierte Hyperpigmentierungen treten bei folgenden Grunderkrankungen/Ursachen auf:

Ätiopathogenese

Hyperpigmentierung im weiteren Sinne werden verursacht durch Einlagerungen von exogenen oder endogenen Pigmenten.

  • Endogene Pigmente: Vermehrte Melaninablagerung, vermehrte Ablagerung von Hämosiderin, Gallenfarbstoffen, Karotin u.a.
  • Exogene Pigmente: Ablagerung von Kohlenstoff (Tätowierung) sowie verschiedenen Stoffen, die medikamentös verabreicht werden. Hierzu gehören: Silber- und Goldpartikel, Wismut, Tetracycline, Amiodaron, Clofazimin, Phenacetin, Karotin, Levodopa, Phenothiazine
  • Hauptstimulus der (melanotischen) Hyperpigmentierungen im engeren Sinne  sind v.a. UV-Strahlen. Aber auch Mediatoren der Entzündung (Interleukin-1, Prostaglandine) oder chemische Photosensibilisatoren (s.u. phototoxische Dermatitis) können zu einer Aktivitätssteigerung der Melanozyten führen (s.u. postinflammatorische Hyperpigmentierung).

Vom klinisch-ätiologischen Standpunkt wird man nach folgenden Gesichtspunkten einteilen:

  • genetisch (angeboren oder erworben)
  • numerisch (solitär oder multipel)
  • Lokalisation (lichtbetont, invers)
  • Ausdehnung (lokalisiert, disseminiert, generalisiert oder universell) und
  • Musterung der Hyperpigmentierungen (segmental, nävoid den Blaschko-Linien folgend, regellos)
  • ätiologisch (postinflammatorisch, Arzneimittel-induziert; physikalisch: kalorischmechanischendokrinchemisch)
  • Lokalisation der Pigmente (epidermal oder superfiziell: Farbton braun; dermal: Farbton graublau bis tiefblau und blau-schwarz; Kombination von epidermal und dermal: Farbton: braun-schwarz).

Therapie

Hinweis(e)

Einzubeziehen in die Definition der Hyperpigmentierungen ist der Begriff der Melanose. Hierunter werden melanotische Hyperpigmentierungen der Haut und/oder der Schleimhaut verstanden. Der Begriff ist somit synonym zu der Bezeichnung "Hyperpigmentierungen im engeren Sinn" zu verstehen. S.a. Dyschromie.

Literatur
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  1. Giehl K et al. (2010) Genetisch bedingte Pigmentstörungen. Hautarzt 61:567-577
  2. Hallermann C et al. (2011) Diffuse Braunfärbung von Haut, Schleimhaut uind Urin. Hautarzt 62: 51-54

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