Hidrozystom, ekkrines L74.8

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Hydrocystome noire; Hydrozystom; Schweißdrüsenretentionszyste; Syringektasie; Syringektasien

Erstbeschreiber

Robinson, 1893

Definition

Gutartige Zystenbildungen, die von den ekkrinen Schweißdrüsen ausgehen.

Man unterscheidet:

  • eine solitäre Form mit zystischer Ausweitung der sezernierenden Schweißdrüsenanteile (Smith Typ)
  • von
  • der multiplen Form mit Ektasie des blind endenden Schweißdrüsenganges (Robinson Typ).

Lokalisation

Vor allem Lider und Wangen, seltener auch an Stamm und Extremitäten.

Klinisches Bild

Meist einzelne, gelegentlich zentrofazial multipel auftretende, dunkel durch die Haut schimmernde (Hydrocystome noire), stecknadelkopfgroße, prall elastische Zysten, gelegentlich Hyperhidrose im betroffenen Areal. Schweißentleerung nach Einstich.

Histologie

Dermal gelegene meist kollabierte, Sekret-gefüllte epitheliale Zyste mit zweireihigem, meist abgeflachtem Epithel. Es besteht keine Verbindung zum Deckepithel. Die für die apokrine Sekretion typischen Dekapitationsphänomene fehlen. Immunhistologisch finden sich Expressionen der Zytokeratine 8 u.19 in der luminalen Zystenwand;  die Zytokeratine 5,10,14 werden sowohl in der luminalen als auch in der äußeren Zelllage der Zystenwand exprimiert. 

Therapie

Hinweis(e)

Die Unterscheidung zwischen apokrin (eher solitär selten mulitpel) und ekkrin (eher multipel aber auch solitär) ist bei den zystischen Schweißdrüsengeschwülsten häufig nicht klar differenzierbar. Insofern ist eine scharfe Trennung weder klinisch notwendig noch histologisch möglich.    

Fallbericht(e)

Der 63 Jahre alte Patient wurde mit multiplen, 0,2-0,5cm großen, halbkugelig über die Haut herausragende, transluzenten Papeln an Stirn, Nasenwurzel und Nasenrücken vorstellig. Die Veränderungen   bestünden seit vielen Jahren. Es erfolge eine Größenzunahme im Sommer und allgemein bei vermehrtem Schwitzen. Beschwerden wurden nicht angegeben. 

Befund: An o.g. Lokalisationen fanden sich reizlose, völlig symptomlose, hell-glasig erscheinende, einige wenige waren bläulich gefärbt, feste und gut tastbare, oberflächenglatte Papeln.

Histopathologischer Befund:  Dermal gelegene, Sekret-gefüllte epitheliale Zyste mit zweireihigem abgeflachtem Epithel. Es besteht keine Verbindung zum Deckepithel. Keine Dekapitationsphänomene. Immunhistologisch finden sich Expressionen der Zytokeratine 8 u.19 in der luminalen Zystenwand;  die Zytokeratine 5,10,14 werden sowohl in der luminalen als auch in der äußeren Zelllage der Zystenwand exprimiert. 

Therapie: Nach Aufklärung des Patienten über die Natur  der Veränderungen und deren Harmlosigkeit wurde auf eine Therapie verzichtet. 

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Blugerman G et al. (2003) Multiple eccrine hidrocystomas: a new therapeutic option with botulinum toxin. Dermatol Surg 29: 557-559
  2. Itin P et al. (1989) Ekkrine Hidrozytome. Hautarzt 40: 647–649
  3. Leonard MAJ et al. (1991) Multiple eccrine hidrocystomas: a nonsurgical treatment. Arch Dermatol 127: 423–424
  4. Meys R et al. (2015) Treatment of multiple periocular eccrine hidrocystomata: is botulinum toxin or electrocautery more effective? Clin Exp Dermatol 40:101-103.
  5. Murayama N et al. (1994) Multiple eccrine hirdrocystomas. Br J Dermatol 131: 585–586
  6. Robinson AR (1893) Hidrocystoma. J Cutan Genitourin Dis 11: 293-303
  7. Schroder K et al. (1997) Multiple eccrine hidrocystomas in Parkinson disease. Hautarzt 48: 270-273
  8. Tanzi E et al. (2001) Pulsed dye laser treatment of multiple eccrine hidrocystomas: a novel approach. Dermatol Surg 27: 898-900
  9. Winkler JK et al. (2017) Multiple ekkrine Hidrozystome an Stirn und Nase eiens 60-jährigen Mannes. Hautarzt 68. 393-395 

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