Hidradenom D23.L4

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Der Begriff "Hidradenom" ist historisch überfrachtet und wird gleichermaßen für gutartige ekkrine wie auch apokrine Geschwülste benutzt (s. Hidradenoma papilliferum). Die Bezeichnung Hidradenom ist im Allgemeinen für Geschwülste vorbehalten, die dem ekkrinen Porom nahestehen.

Akzeptiert ist die Definition: Gutartiger Adnextumor mit "ekkriner" (und apokriner) Differenzierung, der seinen Ausgang wahrscheinlich von einer pluripotenten Stammzelle hat.

Die Klarzellvariante ( Klarzellenhidradenom) zeigt apokrine Differenzierung, eine epidermoide Variante eine spindelzellige Differenzierung mit trichilemmaler oder infundibulärer Hornbildung, eine chondroide Variante das Bild des "chondroiden Syringoms".     

Manifestation

Bei Erwachsenen; Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Lokalisation

Ubiquitär. Keine Prädilektionsstellen.

Klinisches Bild

Wenig charakteristisches klinisches Bild. Solitäres, asymptomatisches, scharf begrenztes, erhabenes, evtl. gering gerötetes, unpigmentiertes (nur selten bläulich tingiertes) 0,3-2,0 cm großes (selten größer) Knötchen (oder Knoten) bzw. entsprechende Plaque.

Histologie

Dermaler, teilweise in die Subkutis reichender, scharf begrenzter, knotiger Tumor mit (nicht immer nachweisbarer)  breiter, multifokaler Kontaktzone (juxtaepidermal) zum Oberflächenepithel. Eingeschlossenes fibröses oder auch myxoides Stroma. Unterschiedlich ausgeprägt sind zystische Anteile. 

Das Tumorparenchym besteht aus relativ großen, runden oder kuboidalen Zellen mit runden, unterschiedlich chromatindichten Kernen sowie einem breiten, eosinophilen Zytoplasma. Vereinzelt Zellatypien, Mitosen und eine erhöhte Proliferationsaktivität (Ki-67-Markierung)  (Sugiyama A et al. 2007). 

Auch hellzellige (klarzellige) Abschnitte können vorhanden sein. Seltener sind tubuläre Differenzierungen. In tubulären Formationen lassen sich Dekapitationphänomene der luminalen Zellen nachweisen (Hinweis auf apokrine Differenzierung).

 

Komplikation

Rezidive bei unvollständiger Entfernung sind beschrieben.

Therapie

Hinweis(e)

S. vergleichend zu diesen Ausführungen das Stichwort noduläres Hidradenom (nodular hidradenoma).

Eine besondere Variante ist das Klarzellenhidradenom.

Literatur
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  1. Cho S et al. (2001) Poroid hidradenoma. Int J Dermatol 40: 62-64
  2. Faulhaber D et al. (2000) Clear cell hidradenoma in a young girl.J Am Acad Dermatol 42: 693-695
  3. Hsu PJ et al. (2003) Mixed tubulopapillary hidradenoma and syringocystadenoma papilliferum occurring as a verrucous tumor. J Cutan Pathol 30: 206-210
  4. Liu  Y (1949) The histogenesis of clear cell papillary carcinoma of the skin. J Am Pathol 25: 151-357
  5. Nandeesh BN et al.(2014) A study of histopathologic spectrum of nodular hidradenoma. Am J Dermatopathol34: 461-470
  6. Sagi A et al. (2002) Cystic clear cell hidradenoma of the thumb: case report of a rare hand tumor. Ann Plast Surg 48: 337-338
  7. Sugiyama A et al. (2007) Apocrine cystadenoma and apocrine hidrocystoma: examination of 21 cases with
    emphasis on nomenclature according to proliferative features. J Cutan Pathol 34:912-917.
  8. Vodovnik A (2003) Coexpression of S-100 and smooth muscle actin in nodular hidradenoma. Am J Dermatopathol 25: 361-362

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