Herxheimer-Reaktion T88.8

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Jarisch-Herxheimer Reaktion; Reaktion Jarisch-Herxheimer

Erstbeschreiber

Jarisch, 1895; Herxheimer, 1902

Definition

Zu Beginn einer Therapie durch massiven Erregerzerfall auftretende Reaktion mit Fieber, Schüttelfrost, Allgemeinreaktionen, z.B. bei der Syphilis. Bei entsprechender Therapie kann es auch bei Tinea capitis profunda, Tinea corporis profunda und Onchozerkose zu einer ähnlichen Reaktion kommen.

Ätiopathogenese

Rascher Zerfall der Spirochäten bzw. der Pilze mit Freisetzung von Toxinen nach der ersten Antibiotika- oder Antimykotika-Gabe.

Klinisches Bild

Bei Syphilis: 2-6 Std. nach erster Penicillingabe, mit fieberhaften Temperaturen, grippeähnlichen Symptomen, Arthralgien, Schüttelfrost, Kopfschmerzen. Im seltenen Spätstadium bei bestehendem Aortenaneurysma u.U. lebensbedrohlich (durch plötzlichen Zerfall des Granulationsgewebes mögliche Aortenaneurysmaruptur). Bei den folgenden Injektionen tritt keine Wiederholung ein.

Prophylaxe

Gleichzeitige Gabe von 25-50 mg Prednisolon i.v. eine Stunde vor oder mit der Antibiotika-Erstgabe.

Literatur
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  1. Herxheimer K (1902) Ueber eine bei Syphilitischen vorkommende Quecksilberreaktion. Deutsche Medizinische Wochenschrift (Berlin) 28: 895-897
  2. Jarisch A (1895) Therapeutische Versuche bei Syphilis. Wiener Medizinische Wochenschrift 45: 720-721
  3. Leblebicioglu H (2003) Jarisch-herxheimer reaction in leptospirosis. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 22: 639
  4. Silberstein P (2002) A case of neurosyphilis with a florid Jarisch-Herxheimer reaction. J Clin Neurosci 9: 689-690

Disclaimer

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