Herxheimer, Karl

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Biographische Angaben

(¤ 1861, † 1942) Der deutsche Dermatologe Karl Herxheimer wurde am 26.6. 1861 als jüngstes von 10 Kindern einer vermögenden jüdischen Familie in Wiesbaden geboren. Den größten Einfluss auf ihn hatte von seinen Geschwistern der 20 Jahre ältere Bruder Salomon, ein Schüler von Ferdinand von Hebra (Wien), der sich 1874 in Frankfurt als Hautarzt niederließ. Medizinstudium in Freiburg, Straßburg und Würzburg. 1885 Promotion in Würzburg; Thema: Lues cerebri. Pathologische Ausbildung bei Carl Weigert/Frankfurt. Anschließend Assistenz bei Albert Neisser/Breslau. Ab Oktober 1887 Arbeit als niedergelassener Dermatologe in Frankfurt. 1894 wurde Herxheimer mit der Leitung der neuen Städtischen Hautklinik in Frankfurt/Main beauftragt. 1895 Gründung der Südwestdeutschen Dermatologenvereinigung zusammen mit Karl Touton und Friedrich Hammer. 1902 wegweisende Beschreibung der zuvor von Alfred Buchwald 1886 und Adolf Jarisch 1895 vorbeschriebenen (Jarisch-) Herxheimer-Reaktion (massive Bildung von Antigendeterminanten mit allgemeintoxischer Wirkung bei Ersttherapie der Lues mit Quecksilberpräparaten). 1902 zusammen mit K. Hartmann wegweisende Beschreibung der nach Herxheimer benannten Acrodermatitis chronica atrophicans. Erstbeschreibung dieses Krankheitsbildes wahrscheinlich bereits 1883 durch Alfred Buchwald, Breslau und später erneut durch Filipp Josef Pick, der es als Erythromelie bezeichnete. 1907 wurde Herxheimer mit einer Titularprofessur geehrt, eine besondere Auszeichnung, die ihm ohne Habilitation auf Grund seiner besonderen Verdienste um die Frankfurter Dermatologie zugebilligt wurde. 1914 wurde er mit Gründung der Frankfurter Universität zum Ordinarius für das Fach ernannt. Zu Herxheimers Studenten zählte u.a. Curt Emmricht, der unter dem Pseudonym Peter Bamm als Schriftsteller berühmt wurde. 1929 schied er aus den Diensten der Universität aus. Sein Nachfolger wurde 1930 Oscar Gans. 1938 wurde Karl Herxheimer durch das nationalsozialistische Regime die Approbation entzogen. Am 6.12.1942 verstarb er im Konzentrationslager Theresienstadt.

Literatur
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  1. Hundeicker M (2008) In: Löser Ch, Plewig F (eds.) Pantheon der Dermatologie, S. 447-451. Springer Medizin Verlag, Heidelberg

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