Herpes simplex labialis B00.1

Zuletzt aktualisiert am: 21.06.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Häufigste klinische Erscheinungsform einer Herpes simplex Infektion. An einem rezidivierenden Herpes simplex labialis leiden bis zu 40% der Bevölkerung.

S.a.u. Herpesviren, humane, Herpes simplex recidivans

Klinisches Bild

HSV-Primärinfektion (Erreger meist HSV-1, selten aber zunehemend: HSV-2):

  • Asymptomatische Primärinfektion (>90% der Fälle): sie wird zumeist nicht wahrgenommen.
  • Symptomatische Primärinfektion: Uncharakteristisches Prodromalstadium mit Spannungsgefühl, Juckreiz oder Schmerzen, selten Fieber u. Schwellung und Schmerzhaftigkeit der drainierenden Lymphknoten (Halslymphknoten). Aufschießen solitärer oder gruppiert stehender, 0,2-0,4 cm großer, zunächst klarer, prall gespannter Bläschen auf geröteter und geschwollener Lippenhaut. Im weiteren Verlauf Eintrübung des Bläscheninhaltes, Erosionen oder Ulzerationen sowie gelbliche Krusten. Abheilung bei unkomplizierten Verläufen meist nach 5-10 Tagen.
  • Komplikative Primärinfektion (<1% der Primärinfektionen): In wenigen Fällen führt die Erstmanifestation zu einer klinisch schwer verlaufenden Infektion der Mundschleimhaut und der Perioralregion unter dem Bild der Gingivostomatitis herpetica oder deren Maximalvariante, das Aphthoid Pospischill-Feyrter.

Latente HSV-Infektion:

  • In dieser Infektionsphase ist der Pat. asymptomatisch, kann aber Viren ausscheiden und ist damit infektiös.

Rezidivinfektion (HSV persistiert im Ganglion Gasseri des N. trigeminus und wird durch unterschiedliche Stimuli reaktiviert s.a.Herpes-simplex-Virus):

  • S.u. Herpes simplex recidivans: Häufigste Manifestation einer Herpes simplex-Virus-Infektion (meist Rezidiv) an Haut oder Schleimhaut in Form von meist chronisch-rezidivierenden Eruptionen gruppiert stehender, stecknadelkopfgroßer Bläschen.
  • Die Reaktivierung der Viren erfolgt meist ohne erkennbaren Anlaß aber auch nach versch. Irritationen (UV-Bestrahlungen = Herpes simplex solaris; Traumata (Herpes simplex traumaticus) (körperlichen oder psychischen Stress; Infekte anderer Genese).
  • Eine massive, großflächige Ausbreitung einer Herpes simplex-Virus-Infektion bei atopischem Ekzem wird als Eccema herpeticatum bezeichnet.
  • Eine gefürchtete Infektlon der Augen ist der Herpes simplex corneae.

Differentialdiagnose

Physikalisches Trauma: Bißverletzungen führen meist zu tieferen Verletzungen. Auch fehlt die typische Anamnese der rezidivierenden Herpes simplex Infektion.

Mundwinkelrhagaden: bei Kindern und Jugendlichen bei Cheilitis simplex oder atopischem Ekzem auftretend. Längliche Einrisse der Mundwinkel mit Ekzematisation. Langzeitig (mehrwöchiger) kontinuierlicher Verlauf.

Perlèche: eher längerer, kontinuierlicher Verlauf mit Nässen und Krustenbildung im Bereichd er Mundwinkel (eher untypische Lokalisation der Herpes simplex Infektion)

Syphilis: im Rahmen der Frühsyphilis auftretende syphilitische Papeln. Miest im Bereich der Mundwinkel auftretend. Gesamtkonstellation beachten (Exantheme, stets positive Syphilis-Serologie)

Herpes zoster: selten als umschriebene Manifestation im Lippenrot auftretend. Nicht rezidivierend. Segmentaler Befall.        

Hinweis(e)

Weiterführende Informationen zu Herpes simplex Virus Infektionen s.dort.

Verweisende Artikel (1)

Lippenherpes;

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