Hand-Fuß-Syndrom T88.7

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Akrales Erythem; Erythrodysaesthesia palmoplantaris; Erythrodysaesthesie; Erythrodysästhesie; Erythrodysesthesia palmoplantaris; Hand-Foot-Syndrom; Hand-Foot-Syndrome; Palmar and plantar erythrodysaesthesia; palmar and plantar erythrodysesthesia; palmoplantare Erythrodysästhesie; Palmo-plantare Erythrodysästhesie

Definition

Zytostatika-assoziierte schmerzhafte Rötung von Palmae und Plantae unter oder nach einer Chemotherapie, die zu einer deutlichen Reduktion der Lebensqualität führt. Häufiges Auftreten (<10%)  wurde u.a. bei Anwendung folgenden Chemotherpeutika beobachtet:

  • Aflibercept (Zaltrap)
  • Axitinib (Inlyta)
  • Cabozantinib (Cometriq)
  • Capecitabin (Xeloda) 
  • Carboplatin
  • Clofarabin (Evoltra)
  • Dabrafenib (Tafinlar)
  • Fluorouracil (5-fu-cell)
  • Paclitaxel
  • Sorafenib (Nexavar)
  • Sunitinib (Sutent)
  • Taxane (z.B. Docetaxel)
  • Trastuzumab (Herceptin)

Einteilung

Man unterscheidet bezüglich des klinischen Verlaufes:
  • progredienter Verlauf
  • selbstlimitierender Verlauf.

Ätiopathogenese

Dosisabhängige (sowohl hinsichtlich der max. Wirkstoffkonzentration als auch der kumulativen Gesamtdosis), toxische Wirkung von Zytostatika. Bestimmte Triggerfaktoren wie Druck- und Scherkräfte, Ausscheidung können die Symptomatik verstärken. 

Nachgewiesen wurde die Ausscheidung von best. Chemotherapeutika über die Schweißdrüsen. Spreiteffekte könnten zu einer Penetration in das Stratum corneum und folglicher toxischer Schädigung führen. Dieser Pathomechanismus erklärte den bevorzugten Befall der Schweißdrüsen-reichen Handflächen und Fußsohlen.   

Manifestation

Patienten die mit Zytostatika behandelt wurden; nach Applikation von Doxorubicin, 5-Fluorouracil, Cytarabin, Methotrexat, Capecitabin. Auftreten bei nahezu 25% der Fälle. Die Symptome können sowohl wenige Stunden nach Beginn der Chemotherapie aber auch erst Monate danach auftreten. Keine Geschlechts- oder Altersbevorzugung.

Differentialdiagnose

Therapie allgemein

Externe Therapie

Verlauf/Prognose

Abheilung nach Absetzen des Zytostatikums.

Hinweis(e)

Wahrscheinlich sind das Hand-Fuß-Syndrom und die Erythrodysaesthesia palmoplantaris indentische Krankheitsbilder mit unterschiedlich ausgeprägter Schädigungssymptomatik.

Praktische Konsequenz können Verlust oder Veränderungen des Daktylogramms nach einem Hand-Fuß-Syndrom haben, wenn sich das Printmuster der Finger so verändert, dass Fingerprint-Analyzer (z.B. auch am Handy) das Printmuster nicht mehr erkennen kann.  

Literatur
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  1. Autier J (2008)  Prospective study of the cutaneous adverse effects of sorafenib, a novel multikinase inhibitor. Arch Dermatol 144: 886-892
  2. Jung S et al. (2015) Aktuelle Entwicklungen in der Prävention und Therapie des Hand-Fußsyndroms. Akt Dermatol 41: 77-80 
  3. Lassere Y et al. (2004) Management of hand-foot syndrome in patients treated with capecitabine (Xeloda). Eur J Oncol 13: 566-575
  4. Marini A et al. (2007) Hand-Fuß-Syndrom bei einem Patienten unter Capecitabin-Therapie. Hautarzt 58: 532-537
  5. Palaniappan M et al. (2014) Anticancer drug induced palmar plantar erythrodysesthesia. J Clin Diagn Res doi: 10.7860/JCDR/2014/9133.4975

  6. Sauter C et al. (2007) Unilaterale Nekrosen als Abortivform einer palmoplantaren Erythrodysästhesie. Hautarzt 58: 619-622
  7. Wiedemann M et al. (1992) Erythrodysaesthesia palmoplantaris - Vorkommen von zwei klinischen Erscheinungsbildern? Z Hautkr 67: 1070-1072

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