Hämel, Josef

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Biographische Angaben

  • (¤ 1894, † 1969) Dermatologe. Hämel wurde in Straubing an der Donau geboren. In Regensburg Abitur; Medizinstudium in Würzburg, dort 1922 Staatsexamen. Seit 1925 dermatologische Ausbildung bei Karl Zieler in Würzburg. 1928 dort Oberarzt, 1929 Habilitation. Seit 1933 war Hämel Parteimitglied der NSDAP und Mitglied der SA. 1934 Ernennung zum a.o. Professor. 1935 erhielt er einen Ruf nach Greifswald als Nachfolger des nach Heidelberg gewechselten Walther Schönfeld. In Greifswald blieb Hämel nur ein halbes Jahr. Er folgte dann einem Ruf nach Jena. Als anlässlich der 400-Jahr-Feier die Universität Jena zur "Sozialistischen Universität" proklamiert werden sollte, wollte er diesen Vorgang nicht mit seinem Namen verbunden wissen. 1958 ging der 63-jährige demonstrativ nach West-Berlin. Bis zum Frühjahr 1959 lebte er in München. Er erhielt 1959 in Nachfolge von Walther Schönfeld den Ruf auf den Heidelberger Lehrstuhl für Dermatologie 1961/62 wurde Hämel zum Dekan der Medizinischen Fakultät gewählt. Von 1961-1964 war er Präsident des Deutschen Fakultätentag. Ferner war er Vorsitzender des Herausgeberkollegiums der Münchner Medizinischen Wochenschrift. Am 9.4.1969 verstarb Hämel an den Folgen eines Hypernephroms. Seine Rolle während des nationalsozialistischen Regimes ist umstritten.
  • Forschungsgebiete: Gemeinsam mit Hoede verfaßte er das Kapitel "Die Tuberkulose der Haut" im "Handbuch der Hautkrankheiten" von Arzt und Zieler. Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen waren der Einsatz von Glukokortikoiden sowie das Problem der Penicillinresistenz. Weiterhin beschäftigte er sich mit der Serologie der Syphilis, der Einführung des Nelson-Tests, sowie mit den Möglichkeiten der kulturellen Züchtung von Gonokokken.

Weiterführende Artikel (2)

Schönfeld, Walther; Zieler, Karl;

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