Gumpert, Martin

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Biographische Angaben

(¤ 1897, † 1955) Dermatologe, tätig in Berlin, New York. In den 1920er Jahren war er einer der profiliertesten und engagiertesten Dermatologen Berlins. Er begründete die Entstellungsbehandlung als neues Fachgebiet der Dermatologie und führte die Geriatrie in das ärztliche Blickfeld. Nach dem Abitur diente Gumpert im 1. Weltkrieg als Sanitätssoldat in einem deutschen Kriegslazarett in der Türkei und studierte anschließend in Berlin und Heidelberg Medizin. Sein späterer Schwiegervater Alfred Blaschko war ein wichtiges ärztliches Vorbild für Gumpert. 1923 bis 1927 Assistent im Städtischen Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin-Wedding. Im Jahr 1928 wurde Gumpert Leiter des Städtischen Ambulatoriums für Geschlechtskrankheiten in Berlin-Wedding und eröffnete parallel dazu eine eigene dermatologische Praxis. Im April 1933 wurde Gumpert als "Nichtarier" seiner ärztlichen Ämter enthoben und bekam seine Zulassung als Kassenarzt entzogen. 1936 Emigration in die USA. In New York wohnte Gumpert zunächst im Bedford-Hotel, das vielen deutsche Emigranten vorübergehend als Unterkunft diente. Klaus Mann (1906-1949), der hier ab 1936 lebte, hat Gumpert in seinem Roman aus dem Jahre 1939 "Der Vulkan - Roman unter Emigranten" als Professor Abel ein Andenken gesetzt. Neben seiner Tätigkeit als niedergelassener Arzt arbeitete er im Laufe der Jahre an mehreren New Yorker Krankenhäusern. Von 1952 bis zu seinem Tode war er Leiter der Geriatrischen Ambulanz des Jewish Memorial Hospital. Außerdem war er zeitweilig medizinischer Berater des "Time Magazine". Im April 1955 starb Martin Gumpert, kaum 58-jährig, an den Folgen eines Herzleidens.

Weiterführende Artikel (1)

Blaschko, Alfred;

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