Gnathostomiasis B83.1

Zuletzt aktualisiert am: 09.04.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Subkutanes Larva migrans-Syndrom; Yangtze-Ödem

Erstbeschreiber

Owen, 1836; Levinson, 1889

Definition

Menschliche Infektion durch den Fadenwurm (Spulwurm) Gnathostoma spinigerum und/oder Gnathostoma hispidum.

Vorkommen/Epidemiologie

Endemiegebiete sind v.a. in Südostasien, insbes. Thailand und Vietnam.

Klinisches Bild

Einige Tage nach Verzehr von z.B. rohem Fisch (oder Froschfleisch) kommt es zu Übelkeit, Magen-Darm-Schmerzen oder Fieber, verursacht durch die Migration der Larven durch die Darmwand. Die Wanderung in die Subkutis verursacht intermittierende, schmerzende oder juckende subkutane Schwellungen (DD: Angioödem). Die Schwellungen bestehen meist mehrere Tage, aber auch bis zu 4 Wochen. Typisch ist der rezidivierende Verlauf der Erscheinungen. Die Erreger können auch in andere Organe migrieren (viszerale Larva migrans) z.B. Lunge (persistierender Husten), Muskulatur (Muskelschmerzen) Harnwegsorgane (Hämaturie), Auge oder Meningen (Meningitis). Häufig ist eine Eosinophilie des Blutes.

Labor

Larven sind in der Regel nicht nachweisbar. Nachweis von Antikörper (ELISA) gegen G. spinigerum (z.B. durch Speziallabor des Robert Koch Institutes [RKI]).

Therapie

Albendazol (400 mg/Tag p.o.) oder Ivermectin (0,2 mg/kg KG) für 21 Tage.

Literatur
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Pönninghaus J (2010) Gnathostomiasis. In: Plettenberg A, Meigel W, Schöfer H Infektionskrankheiten der Haut. Thieme Verlag Stuttgart S. 421-422

Verweisende Artikel (1)

Wurminfektionen;

Weiterführende Artikel (2)

Albendazol; Ivermectin;

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