Glossodynie K14.6

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Burning Mouth Syndrom; burning mouth syndrome; Glossalgie; Glossopyrosis; Mundbrennen; orale Dysästhesie; Zungenbrennen; Zungenschmerzen

Definition

Chronische Missempfindungen im Bereich der Mundhöhle und/oder Zunge (chronische oro-linguale Dysästhesien), die sich als extrem unangenehm empfundenes Brennen, Stechen, Kribbeln, Jucken sowie Gefühl des Wundseins und anderen Missempfindungen äußern. Ggf. sind diese Symptome mit gestörtem oder schlechtem Geschmacksempfinden (und Geruchssinn) verbunden.

Vorkommen/Epidemiologie

Die Prävalenz liegt zwischen 80-120/100.000.  Die höchste altersjustierte Prävalenz findet sich bei Frauen zwischen 70 und 80 Jahren mit etwa 500/100.000.

Ätiopathogenese

Meist bestehen psychische Ursachen, z.B. im Rahmen einer larvierten Depression oder Involutionsdepression bei Karzinophobie. Kontaktsensibilisierungen können bei etwa 70% der Patienten nachgewiesen werden (s.u.). Sekundäres Auftreten als Begleitsymptom bei:

Manifestation

Vor allem bei Frauen zwischen dem 45.-70. LJ auftretend, häufig im und nach dem Klimakterium. Bei Kindern kommt dieses Symptom praktisch nicht vor. w:m=4:1.

Klinisches Bild

Bis auf Zungenbrennen und/oder Zungenschmerzen kein klinischer Lokalbefund; nur äußerst selten geringe entzündliche Rötung der Zunge. Typische Klagen sind ständiges Gefühl einer verbrannten Zunge (hot tongue syndrome) sowie brennende oder stechende Schmerzen (burning mouth syndrome). Oft zeigen sich Zeichen einer milden Depression, Schlaflosigkeit und allg. Antriebslosigkeit.
  • Typ I: Beginn der Beschwerden meist am Morgen mit Verstärkung während des Tages. Beschwerden werden gegen Abend bei Ermüdung dann unerträglich.
  • Typ II: Kontinuierliche Symptomatik (häufig kombiniert mit Kontaktallergien)
  • Typ III (häufigster Typ): Intermittierende Schmerzsymptomatik.
Anamnestisch bringen viele Pat. eine zuvor durchgemachte zahnärztliche Behandlung in einen kausalen Zusammenhang.

Therapie

Externe Therapie

Interne Therapie

Hinweis(e)

Psychogene, chronische, oro-linguale Dysästhesien sind häufig der somatisierte Ausdruck eines schweren, seelisch nicht verarbeiteten Verlusterlebnisses (familiärer Konflikt, Partnerverlust, Klimakterium, Familienzerfall u.a.). Kommt in einer solchen Krisensituation noch der Verlust der Zähne (Prothese) mit Bewusstwerden des Alters hinzu, so reagieren entsprechend disponierte Patienten, meist unbewusst, mit einem oralen Dysästhesiesymptom.

Literatur
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