Gicht M10.0

Zuletzt aktualisiert am: 10.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Arthritis urica; Gichtarthritis; goat(e); Purinstoffwechselstörungen

Definition

Klinische Manifestation einer primären oder sekundären Hyperurikämie in Form akuter und chronischer Arthritiden und Ablagerung von Harnsäuresalzen in der Haut als so  (s.a. Harnsäure, s.a. Gichttophi).

Ätiopathogenese

Primäre Gicht: Autosomal-dominant erbliche Purinstoffwechselstörung. Sekundäre Gicht: Vermehrte Harnsäurebildung bei hämolytischen Anämien, Leukämien, zytostatischer oder Strahlentherapie von Tumoren. Verminderte renale Harnsäureausscheidung bei Nierenerkrankungen, Ketoazidosen, Einnahme von Saluretika.

Manifestation

Primäre Gicht: Hauptsächlich bei Männern im mittleren und höheren Lebensalter auftretend, bei Frauen praktisch nie vor der Menopause. Häufig vergesellschaftet mit Adipositas, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen.

Klinisches Bild

Akuter Gichtanfall (häufig nach opulentem Mahl oder reichlichem Alkoholgenuss´acuh völlig spontan ohne erkennbare Ursache): Plötzlich einsetzende, hochschmerzhafte Monarthritis (meist des Großzehengrundgelenks-Podagra), seltener des Sprung- oder Daumengrundgelenks mit starken, kontinuierlichen, sponanten oder auf Druck einsetzenden Schmerzen verbunden mit  Rötung, Schwellung. Bei besonders starker Ausprägung auch Fieber und Schüttelfrost und allgemeine Entzündungszeichen.

Chronisches Stadium: Chronische, progrediente, mutilierende Arthritis der peripheren Gelenke. An der Haut Auftreten von Gichttophi.

Diagnose

Folgende Kriterien (ARA-Kriterien) gelten zur Klassifikation der akuten Gichtarthritis (modfiziert n.Wallace 1997):

A) Uratkristalle in Synovialflüssigkeit

B) Uratkristalle in Tophus

C) Verschiedene

  1. Rezidivierende akute Arthritis
  2. Entzündungsmaximum innerhalb von 24 Stunden
  3. Monartikulärer Befall
  4. Rötung des Großzehengrundgelenks
  5. Schmerz, Schwellung des Großzehengrundgelenks
  6. Einseitiger Befall von Zehengrundgelenken
  7. Einseitiger Befall der Fußwurzel 
  8. Tophus
  9. Hyperurikämie - Harnsäure i.S. erhöht ( > 6,4 mg/dl)
  10. Asymmetrische Schwellung im Röntgenbild
  11. Subkortikale Zyste ohne Erosion
  12. Abakterieller Gelenkerguss

Eine Arthrtitis kann als Arthritis urica klassifizeirt werde, wenn mindestens eines der Kriterien A,B,C erfüllt ist, wobei C als erfüllt gilt, wenn 6 der unter 1-12 aufgeführten Merkmale zutreffen.   

Komplikation

Interstitielle Nephritis, Nephrolithiasis.

Therapie allgemein

Interne Therapie

Literatur
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  1. Richette P et al.(2016) 2016 updated EULAR evidence-based recommendations for the management of gout. Ann Rheum Dis. 2016 Jul 25. doi: 10.1136/annrheumdis-2016-209707.
  2. Scherer M et al. (2016) Association between multimorbidity patterns and chronic pain in elderly primary care patients: a cross-sectional observational study. BMC Fam Pract 17:68.
  3. Tzeng HE et al.(2016) Gout increases risk of fracture: A nationwide population-based cohort study. Medicine (Baltimore) 95:e4669.
  4. Wallace SL et al. (1977) Preliminary criteria for the classification of the acute arthritis of primary gout. Arthritis Rheum 20: 895-900.

 

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