Genitalekzem L30.8

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Definition

Ekzem im Genitalbereich unterschiedlicher Ursache. Häufig bei atopischer Diathese, selten kontaktallergisch bedingt. Die Veränderungen können zudem ausgelöst sein durch irritative Mechanismen bei Harninkontinenz oder auf dem Boden einer Psoriasis oder bei einer übertriebenen Hygiene entstehen.

Ätiopathogenese

Oftmals anlagebedingt. Bei allergischer Genese u.a. durch Inhaltsstoffe von Körperreinigungs- und Pflegeprodukten hervorgerufen, insbes. durch Seifen, Badezusätze, Bademilch, Parfums, Waschmittel (Duftstoffe!), Intim-Waschlotionen, Monatsbinden, Tampons, Desinfektionsmittel, Empfängnisverhütungsmittel (Kondome, Diaphragma, lokale chemische Kontrazeptiva).

Therapie

  • Genitalekzeme neigen, wenn kein Auslöser gefunden wird, zur Chronizität und Therapieresistenz. Der Therapieerfolg ist häufig für Therapeut wie Patient unbefriedigend. Wichtig ist es, den Patienten darüber aufzuklären. Genitalekzeme zeichnen sich durch einen erheblichen Pruritus aus; die Lebensqualität des Patienten ist erheblich vermindert. Häufig besteht Steroidatrophie nach langjähriger Anwendung, die nach Entzug zu einer Verstärkung der Symptomatik führt. Wesentlich ist das Erkennen klagend larmoyanter Persönlichkeiten, die bei minimalem Befund einen maximalen Reichtum an Pruritussymptomatik produzieren. Bei diesem genitalzentrierten psychosomatischen Symptomenkomplex liegen häufig Partnerkonflikte vor. Es empfiehlt sich in diesem Fall die Konsultation eines psychosomatisch ausgebildeten Therapeuten.
  • Bei kontaktallergischen Ekzemen Ausschaltung des Allergens.
  • Bei der Lokaltherapie auf allergologisch indifferente Grundlagen achten, z.B. Vaselinum album, Ungt. emulsific. aq. oder Ungt. zinci (DAB). Ansonsten stadiengerechte Ekzemtherapie. Bei Bedarf Anwendung niedrig potenter Glukokortikoide in niedriger Konzentration wie 0,5% Hydrocortison R120 , aufgrund der guten Penetration und des Okklusionseffektes. Bei chronischem Ekzem möglichst steroidfrei mit Teerpräparationen (z.B. Teer-Linola-Fett), Polidocanol, Gerbstoffen (s.u. Ekzem). Bei mykotischer Überlagerung bzw. häufig rezidivierenden Mykosen zusätzlich Cotrimoxazol 1%. Sitzbäder mit Tannolact. Daneben allgemeine Maßnahmen und Richtlinien bezüglich Intimreinigung und Pflege. Chronische Hautveränderungen im Glansbereich bessern sich häufig nach Zirkumzision.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014