Gehörgangsfurunkel H60.0

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Ohrfurunkel; Otitis externa acuta circumscripta

Definition

Sehr schmerzhafter Furunkel der Haarbälge im knorpeligen Teil des Gehörgangs. Meist einseitig.

Ätiopathogenese

Falsche, ungeeignete Reinigung des Gehörgangs, Mazeration durch häufige Bäder.

Klinisches Bild

Vorgewölbte, gerötete Haut, zentral eitriger Pfropf. Druck auf den Tragus und Zug an der Ohrmuschel sind sehr schmerzhaft.

Komplikation

Parotisbeteiligung, Perichondritis der Ohrmuschel, Meningitis.

Externe Therapie

Vorsichtiges Reinigen des Gehörganges. Mullstreifen mit alkoholischen oder anderen antiseptischen Zusätzen einlegen wie z.B. Polihexanid (Serasept, Prontoderm, Eosin-Dinatrium-Lösung, ethanolhaltige 0,5/1/2% ) oder Methylrosaniliniumchlorid-Lösung. Später Mullstreifen mit antibiotikahaltiger Salbe/Creme z.B. Gentamicin-Creme 0,1% (Gentamicin-Creme 0,1%) einlegen.

Interne Therapie

  • Bei schwerer Ausprägung penicillinasefeste Penicilline wie Dicloxacillin (z.B. InfectoStaph Kps.): Dosierung: Erwachsene: 2-3 g/Tag p.o. in 4-6 ED; Kinder: 2 g/Tag in 4 ED. Bei schweren Infektionen Verdoppelung der Dosis möglich.
  • Ggf. Analgetika wie Paracetamol (z.B. ben-u-ron Supp. 2-3mal/Tag je 125 mg für Säuglinge, 250 mg für Kleinkinder, 500 mg für Kinder, 1000 mg ab 14 Jahren).

Merke! Bei rezidivierender Furunkulose Diabetes mellitus und immunsupprimierende Erkrankungen ausschließen!

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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