Gasbrand A48.0

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Gasgangrän; Gasödem; Gasödemerkrankung; Grangraena emphysematosa; Ödem malignes

Definition

Schwere, lebensbedrohliche Wundinfektion, die unter Luftabschluss durch Clostridien verursacht wird. Gasbrand wird der klostridialen Myonekrose zugerechnet.

Merke! Meldepflicht bei Erkrankung und Tod!

Erreger

Clostridium perfringens (80-90% der Infektionen), C. novyi oder C. septicum (zusammen fast 20% der Fälle); selten Clostridium histolyticum. Obligat anaerobe Sporenbildner.

Ätiopathogenese

Infektion von Wunden mit umfangreichen Gewebszerreißungen und taschenreichen Weichteilverletzungen mit toxinbildenden Anaerobiern.

Klinisches Bild

  • Lokal: Schmerzhafte, ödematöse Wunde, blaugrüne bis bräunliche Hautfarbe, übel riechendes Wundsekret; spontan oder auf Druck Entweichung von Gas. Teils brüchige, teils zerfließende, gasenthaltende (Röntgen) Muskulatur.
  • Allgemein: Körperlicher Verfall: Intoxikation, Tachykardie, Hypotonie, Unruhe, Hämolyse, Anämie, Ikterus.

Differentialdiagnose

Gasbildung in Wunden bei Infektionen durch Erreger wie E.coli, Bacteroides, Klebsiella, Proteus.

Therapie allgemein

Interne Therapie

Verlauf/Prognose

Mortalität: 30-50%.

Prophylaxe

Benzylpenicillin in hoher Dosierung: 5-20 Mio. IE/Tag i.v. über 14 Tage.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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