Foscarnet

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Virustatikum.

Wirkungen

Direkte Hemmung viraler DNA-Polymerasen und reverser Transkriptasen.

Indikation

Schwere CMV-Infektionen (s.u. Zytomegalie) bei Patienten mit AIDS. Ersatzmedikament bei schweren HSV- und VZV-Infektionen.

Dosierung und Art der Anwendung

  • CMV-Retinitis: Initial 2mal/Tag 90 mg/kg KG/Tag i.v. in 500 ml NaCl-Lösung 0,9% (Infusion über mindestens 2 Std. laufen lassen) über 2-3 Wochen, Erhaltungstherapie: 90 mg/kg KG i.v. 5 Tage/Woche lebenslang, ggf. im 14-tägigen Wechsel mit Ganciclovir.
  • Aciclovir-resistente Infektionen durch Herpes simplex oder Varizella zoster bei AIDS-Pat.: 90 mg/kg KG/Tag i.v. über 7-10 Tage.

Merke! Niemals unverdünnt in eine periphere Vene infundieren (Thrombophlebitis!). Zur Vermeidung von Hypokalzämien unmittelbar vor der Foscarnet-Infusion eine Ampulle 10% Kalzium-Lösung in 100 ml 5% Glukose infundieren. Im Anschluss an die Foscarnet-Gabe 500 ml 5% Glukose geben. Immer auf gute Hydrierung des Patienten achten. Mindestens 2mal/Woche Kontrollen von Kreatinin, Kalzium, Kalium und Hb. Dosisanpassung bei steigenden Kreatinin-Werten!

Normkonzentration

2% als Creme bei Herpes labialis oder genitalis mind. 6mal/Tag über 5–8 Tage auf die infizierten und unmittelbar benachbarten Hautbezirke, möglichst bereits beim Auftreten der ersten Symptome, dünn auftragen.

Unerwünschte Wirkungen

  • Bei topischer Applikation: Paragruppenallergie, allergische Hautreaktionen, Hautreizung.
  • Bei i.v.-Applikation: Nierenfunktionsstörungen bis zum seltenen dialysepflichtigen Nierenversagen, Elektrolytverschiebungen (Hypokalzämie mit Krämpfen in den Händen, Pfötchenstellung der Hände, positivem Trousseau-Phänomen, Hypokaliämie), Übelkeit, Kopfschmerzen, BB-Veränderungen (Hb-Abfall > 20%), epileptische Anfälle, Ulzerationen im Bereich der Glans penis.

Wechselwirkungen

s. Tabelle 1. Bei top. Appl. keine WW bekannt.

Kontraindikation

Bei top. Appl.: Anwendung am Auge, Paragruppen-Allergie, bei syst. Appl.: Schwangerschaft (Ausnahme: Vitale Indikation), Stillzeit, schwere Nierenfunktionseinschränkungen.

Präparate

Foscavir, Triapten Creme

Hinweis(e)

Merke! Männliche Pat. sollten unter der Foscarnet-Therapie keine Kinder zeugen, konsequente Kontrazeption während der Therapie und bis 6 Monate nach Therapieende!

Patienteninformation

Merke! Niemals ein Präservativ-Urinoir bei Foscarnet-Therapie verwenden! Männliche Patienten über die Notwendigkeit einer sorgfältigen Hygiene nach jeder Miktion aufklären!

Tabellen

Wesentliche Wechselwirkungen von Foscarnet bei systemischer Applikation

Aminoglykoside

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

Ciclosporin A

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

Cisplatin

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

Pentamidin i.v.

Nephrotoxizität ↑, Kombination kontraindiziert

Vancomycin

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

Zalcitabin

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

Zidovudin

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

Amphotericin B

Nephrotoxizität ↑, Nierenfunktion engmaschig kontrollieren

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