Follikulitis, pruritische der Schwangerschaft

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Pruritic folliculitis of pregnancy; Pruritische Follikulitis der Schwangerschaft; Schwangerschaftsdermatose

Erstbeschreiber

Zoberman 1981

Definition

Heftig juckende pustulöse Schwangerschaftsdermatose des letzten Trimenons. Die Erkrankung wurde erstmals 1981 beschrieben und ist bzgl. ihrer Entität nach wie vor umstritten.

Vorkommen/Epidemiologie

Inzidenzen werden mit 1 Erkrankungsfall auf 3.000 Schwangerschaften angegeben.

Ätiopathogenese

Die Ursache ist unklar. Hormonelle Dysbalancen wurden nie nachgewiesen. Malassezia furfur wurde als Auslöser postuliert, in mehreren Studien aber verworfen.

Manifestation

Die pruritische Follikulitis der Schwangerschaft entwickelt sich typischerweise in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft und klingt ohne Hinterlassung von Residuen 2-3 Wochen post partum spontan wieder ab.

Klinisches Bild

Beschrieben wird ein stamm- und obere Extremitäten- betontes, kleinherdiges, follikuläres, heftig juckendes Exanthem, das stellenweise pustulös werden kann.

Histologie

Pustulöse und nicht-pustulöse Follikulitis .

Diagnose

Typisches Bild eines Exanthems mit follikulären Papeln und Pusteln. Das Auftreten in der Schwangerschaft limitiert die Differenzialdiagnose. Histologie.

Therapie allgemein

Zunächst Versuch mit blander, wirkstofffreier Lotio alba, ethanolischer Zinkoxidschüttelmixtur rp. 292 , Emulsionen oder Gelen. Wirkstofffreie kühlende Gele lindern zeitweilig den Juckreiz rp. 039 . Lindernd wirken auch kühles Abduschen, "Cool-Packs" oder feuchte Umschläge, z.B. mit 0,9% NaCL-Lösung. Wenn nicht ausreichend, Auftragen von Tannin 3-5% in Lotio alba oder von Menthol- oder Polidocanol-haltigen Externa (z.B. rp. 158 , rp. 200 , rp. 197 , Optiderm). Nächste Stufe sind Glukokortikoid-haltige Emulsionen (z.B. Hydrogalen, rp. 123 ) oder 0,5% Hydrocortisoncreme (119). Weiterhin wurde Schmalbandspektrum UVB erfolgreich angewendet.

Interne Therapie

Die Gabe von Antihistaminika in der Schwangerschaft wird in der Literatur unterschiedlich beurteilt. Es kommen bei starkem Juckreiz Präparate der 1. Generation wie Clemastin (z.B. Tavegil 2mal/Tag 1 Tbl. p.o. oder 2mal/Tag 1 Amp. i.v.) oder Hydroxyzin (z.B. Atarax 1-3 Tbl./Tag) infrage.  

Verlauf/Prognose

Einige Fallberichte erwähnen Entwicklungsstörungen (geringeres Geburtsgewicht) des Kindes. In anderen Studien wurde dies jedoch nicht bestätigt.

Literatur
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  1. Kroumpouzos G (2005) Pityrosporum folliculitis during pregnancy is not pruritic folliculitis of pregnancy. J Am Acad Dermatol 53:1098-1099
  2. Masood S et al (2012)Frequency and clinical variants of specific dermatoses in third trimester of pregnancy: a study from a tertiary care centre. J Pak Med Assoc 62:244-248
  3. Parlak AH et al. (2005) Pityrosporum folliculitis during pregnancy: a possible cause of pruritic folliculitis of pregnancy. J Am Acad Dermatol 52:528-529
  4. Reed J et al. (1999) Pruritic folliculitis of pregnancy treated with narrowband (TL-01) ultraviolet B phototherapy. Br J Dermatol 141:177-179
  5. Zoberman E (1981) Pruritic folliculitis of pregnancy. Arch Dermatol 117:20-22.

Weiterführende Artikel (2)

Clemastin; Hydroxyzin;

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