Flucytosin

Zuletzt aktualisiert am: 06.03.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Flucytosin, ein Pyrimidinderivat, ist ein Antimykotikum, dessen fungistatische und fungizide Wirkungen auf Störungen der Protein- und DNS-Synthese zurückzuführen sind. Im Gegensatz zu Säugerzellen wird Flucytosin selektiv von Pilzen über die Cytosinpermease aufgenommen, desaminiert und als 5-Fluorouracil in die Zell-RNS eingebaut, wo es als „falsche Base‘‘ wirkt und eine fehlprogrammierte Proteinbiosynthese induziert. Außerdem kommt es zu einer Hemmung der DNS-Synthese, da 5-Fluorouracil die Thymidilat-Synthese blockiert.
 

Halbwertzeit

3–5,3 h

Indikation

Schwere syst. Infektionen durch Candida oder Cryptococcus neoformans.

Eingeschränkte Indikation

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz, Schwangerschaft, Stillzeit.

Dosierung und Art der Anwendung

150–200 mg/kg KG/Tag i.v. in 4 ED.

Unerwünschte Wirkungen

Fieber, Müdigkeit, Anämie, Leukopenie, Thrombopenie, Brechreiz, Diarrhoe, allergische Hautreaktionen, Photosensibilisierung, Lebernekrosen (auch mit tödlichem Ausgang).

Wechselwirkungen

Ganciclovir und Zidovudin führen zu einer wechselseitigen Toxizitätssteigerung, Zytostatika verstärken die Blutbildungsstörungen.

Kontraindikation

Flucytosin-Unverträglichkeit, Blutbildungsstörungen, Leberschäden.

Präparate

Ancotil

Weiterführende Artikel (5)

Candida; Cryptococcus; Ganciclovir; Zidovudin; Zytostatika;
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