Erythrophobie R23.21

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Affekterythem; Affekthyperämie; Erythema e irritatione; Erythema e pudore; Erythema iracundiae; Erythema pudicitiae; Schamröte

Definition

Emotional ausgelöste, verstandesmäßig nicht kontrollierbare, flushartig auftretende (passagere), diffuse Rötung (ggf. auch Schwellung) des Gesichts und der seitlichen Halspartien, begleitet von einem nicht juckenden, unregelmäßigen, makulösen Exanthem. Häufig entwickelt sich ein Teufelskreis aus sich selbst überwachen und Sorge um ein plötzliches nicht kontrollierbares Erröten. Situationen, die zum Erröten führen, werden häufig bewusst vermieden, die Betroffenen ziehen sich zunehmend zurück. Somit ist nicht das eigentlich Erröten das Problem, sondern die Angst davor (s.u. somatoforme Störungen).

Manifestation

V.a. bei psychovegetativ labilen Jugendlichen. Überwiegend beim weiblichen Geschecht auftretend.

Lokalisation

Dekolleté, seitliche Hals-und Wangenpartien, auch andere Abschnitte des oberen Rumpfes (z.B. Nacken).

Klinisches Bild

Akute, bizarre, 2,0-10,0 cm große, scharf abgesetzte, anämisierbare, hellrote Flecken (Erytheme), die sich in einer emotionalen Stresssitution plötzlich einstellen. Die Erythembildungen setzen unkontrolliert ein und verschwinden ebenso wiederum schlagartig nach Abflauen der situativen Erregungsphase. Meist kombiniert mit palmarer oder axillärer Hyperhidrose oder Akrozyanose.

Diagnose

Die Klinik mit der plötzlichen, situativen Erythembildung ist beweisend.

Differentialdiagnose

Flush anderer Genese (z.B. nutritiv, medikamentös); Erythema perstans faciei; systemischer Lupus erythematodes.

Therapie

Verlauf/Prognose

Die Reaktivität bildet sich bis zur Lebensmitte deutlich zurück!

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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