Erythema neonatorum P83.1

Zuletzt aktualisiert am: 21.10.2019

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Alexandros Zarotis

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Synonym(e)

Erythema neonatorum allergicum; Erythema toxicum neonatorum; Erythem toxisches der Neugeborenen; Neonathal erythema; Neugeborenenerythem; Neugeborenenexanthem; Toxic erythema of the newborn; Toxisches Erythem der Neugeborenen; toxisches Erythem des Neugeborenen; Urticaria neonatorum

Erstbeschreiber

Erstmals erwähnt durch Netlinger, 1472; Leiner, 1912

Definition

Ätiopathogenetisch ungeklärtes, selbstlimitierendes Exanthem, das bei etwa 50% der reifen Neugeborenen, typischerweise am 2. Lebenstag (nicht angeboren) auftritt.

Ätiopathogenese

Ungeklärt; mechanische oder thermische Stimuli werden diskutiert. Verschiedene Befunde (Expression des antimikrobiellen Peptids LL-37) lassen einen noch nicht näher definierten mikrobiellen Stimulus vermuten.

Manifestation

12-48 Std. nach der Geburt auftretend; bei etwa 30-50% der reifen Neugeborenen. Nicht bei Kindern unter 2500 g. Keine Gender-Affinität.

Lokalisation

Generalisiert, häufig Beginn im Gesicht, Ausbreitung auf Rumpf, Gesäß und proximale Extremitäten, Aussparung der Palmae und Plantae.

Klinisches Bild

12-48 Stunden nach der Geburt auftretendes, 3-4 Tage andauerndes, extremitätenbetontes Exanthem mit unscharf begrenzten, meist verwaschen wirkenden Erythemen, auf denen sich etwa 0,05 bis 0,1 cm große, nicht-follikuläre Papeln oder (sterile) Pusteln bzw. Bläschen entwickeln. Keine Beeinträchtigung des Allgemeinbefindes; kein Juckreiz.

Histologie

Der zytologische Abstrich aus Pusteln ergibt überwiegend eosinophile Granulozyten.

Histologisch findet sich eine eosinophile Dermatitis und Follikulitis mit subkornealer Abszessbildung. Weiterhin: Follikulitis und Perifollikulitis mit zahlreichen eosinophilen Leukozyten.

Therapie

Zuwarten; Spontanheilung meist innerhalb von 2-3 Tagen. Ggf. symptomatisch mit Lotio alba.

Verlauf/Prognose

Spontanheilung meist innerhalb von 7-10 Tagen.

Hinweis(e)

Die transitorische neonatale pustulöse Melanose wird als Variante des Erythema neonatorum angesehen.

Literatur
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  1. Fölster-Holst R, Höger P (2010) Pustulöse Hauterkrankungen des Neugeborenen. JDDG 7: 569-579
  2. Hansen LP et al. (1985) Erythema toxicum neonatorum mit Pustulation versus transitorische neonatale pustulöse Melanose. Hautarzt 36: 475-477
  3. Leiner C (1912) Über dyspeptische Exantheme und Dermatitiden des frühen Säuglingsalters. F. Deuticke, Leipzig
  4. Marchini G (2002) The newborn infant is protected by an innate antimicrobial barrier: peptide antibiotics are present in the skin and vernix caseosa. Br J Dermatol 147: 1127-1134
  5. Marchini G et al. (2001) Erythema toxicum neonatorum: an immunohistochemical analysis. Pediatr Dermatol 18: 177-187
  6. Marchini G et al. (2003) AQP1 and AQP3, psoriasin, and nitric oxide synthases 1-3 are inflammatory mediators in erythema toxicum neonatorum. Pediatr Dermatol 20: 377-384
  7. Mengesha YM et al. (2002) Pustular skin disorders: diagnosis and treatment. Am J Clin Dermatol 3: 389-400
  8. Nanda S (2002) Analytical study of pustular eruptions in neonates. Pediatr Dermatol 19: 210-215
  9. Schwartz RA et al. (1996) Erythema toxicum neonatorum. Cutis 58: 153-135

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