Erythema neonatorum P83.1

Zuletzt aktualisiert am: 10.07.2018

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Alexandros Zarotis

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Synonym(e)

Erythema neonatorum allergicum; Erythema toxicum neonatorum; Erythem toxisches der Neugeborenen; Neugeborenenerythem; toxic erythema of the newborn; toxisches Erythem der Neugeborenen; toxisches Erythem des Neugeborenen; Urticaria neonatorum

Erstbeschreiber

Erstmals erwähnt durch Netlinger, 1472; Leiner, 1912

Definition

Ätiopathogenetisch ungeklärtes, selbstlimitierendes Exanthem, das bei etwa 50% der reifen Neugeborenen, typischerweise am 2. Lebenstag (nicht angeboren) auftritt.

Ätiopathogenese

Ungeklärt; mechanische oder thermische Stimuli werden diskutiert. Verschiedene Befunde (Expression des antimikrobiellen Peptids LL-37) lassen einen noch nicht näher definierten mikrobiellen Stimulus vermuten.

Manifestation

12-48 Std. nach der Geburt auftretend; bei etwa 30-50% der reifen Neugeborenen. Nicht bei Kindern unter 2500 g. Keine Gender-Affinität.

Lokalisation

Generalisiert, häufig Beginn im Gesicht, Ausbreitung auf Rumpf, Gesäß und proximale Extremitäten, Aussparung der Palmae und Plantae.

Klinisches Bild

12-48 Stunden nach der Geburt auftretendes, 3-4 Tage andauerndes, extremitätenbetontes Exanthem mit unscharf begrenzten, meist verwaschen wirkenden Erythemen, auf denen sich etwa 0,05 bis 0,1 cm große, follikuläre Papeln oder (sterile) Pusteln bzw. Bläschen entwickeln.

Histologie

 

Der zytologische Abstrich aus Pusteln ergibt überwiegend eosinophile Granulozyten.

Histologisch findet sich eine eosinophile Dermatitis und Follikulitis mit subkornealer Abszessbildung. 

Follikulitis und Perifollikulitis mit zahlreichen eosinophilen Leukozyten.

Histologie

Therapie

Verlauf/Prognose

Spontanheilung meist innerhalb von 2–3 Tagen.

Hinweis(e)

Die transitorische neonatale pustulöse Melanose wird als Variante des Erythema neonatorum angesehen.

Literatur
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  1. Fölster-Holst R, Höger P (2010) Pustulöse Hauterkrankungen des Neugeborenen. JDDG 7: 569-579
  2. Hansen LP et al. (1985) Erythema toxicum neonatorum mit Pustulation versus transitorische neonatale pustulöse Melanose. Hautarzt 36: 475-477
  3. Leiner C (1912) Über dyspeptische Exantheme und Dermatitiden des frühen Säuglingsalters. F. Deuticke, Leipzig
  4. Marchini G (2002) The newborn infant is protected by an innate antimicrobial barrier: peptide antibiotics are present in the skin and vernix caseosa. Br J Dermatol 147: 1127-1134
  5. Marchini G et al. (2001) Erythema toxicum neonatorum: an immunohistochemical analysis. Pediatr Dermatol 18: 177-187
  6. Marchini G et al. (2003) AQP1 and AQP3, psoriasin, and nitric oxide synthases 1-3 are inflammatory mediators in erythema toxicum neonatorum. Pediatr Dermatol 20: 377-384
  7. Mengesha YM et al. (2002) Pustular skin disorders: diagnosis and treatment. Am J Clin Dermatol 3: 389-400
  8. Nanda S (2002) Analytical study of pustular eruptions in neonates. Pediatr Dermatol 19: 210-215
  9. Schwartz RA et al. (1996) Erythema toxicum neonatorum. Cutis 58: 153-135

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