Erythema marginatum rheumaticum L53.2

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Erythema anulare rheumaticum; Erythema circinatum; Erythema rheumaticum

Erstbeschreiber

Bright, 1831; Chealde, 1889; Leiner u. Lehndorff, 1922

Definition

Spezifische immunologische Reaktion auf Toxine von Beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A. Ausgangspunkt ist eine Streptokokken-Angina oder -Pharyngitis.

Das Erythema marginatum (anulare) rheumaticum gehört zu den von der "American Heart Association" definierten 5 Hauptkriterien des rheumatischen Fiebers, die bei 10% der Patienten auftreten.

Vorkommen/Epidemiologie

Die Erkrankung kann weltweit auftreten, wird jedoch in den Industrieländern zunehmend seltener. Sie betrifft v.a. Kinder.

Ätiopathogenese

Ursache des rheumatischen Fiebers ist eine durch beta-hämolysierende Streptokokken der Lancefield-Gruppe A hervorgerufene Angina tonsillaris bzw. eine Streptokokken-Pharyngitis. Das rheumatische Fieber ist Folge einer infektinduzierten Autoimmunreaktion auf den an sich lokalen Streptokokkeninfekt.

Lokalisation

Vor allem Oberbauchbereich und Rücken.

Klinisches Bild

Manifestation an den Gelenken (Polyarthritis), Herz (Endo-Myo-Perikarditis), an der Haut in Form von  rot-bräunlichen, nicht juckenden, anulären oder polyzyklischen Erytheme und  sog. Rheumaknötchen sowie am ZNS als Chorea minor.

Histologie

Superfizielle, perivaskuläre und interstitielle Dermatitis; unspezifisches Muster; rundzellige Infiltrate.

Therapie

Verlauf/Prognose

Abblassen der einzelnen Veränderungen nach wenigen Tagen. Abklingen der Exanthemschübe nach Wochen bis Monaten.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Barlow T (1883) Erythema marginatum. Br Med J 509
  2. Chockalingam A et al. (2004) Rheumatic heart disease occurrence, patterns and clinical correlates in children aged less than five years. J Heart Valve Dis 13: 11-14
  3. Lehndorff H, Leiner C (1922) Erythema annulare. Z Kinderheilkd (Berlin) 32: 46
  4. Rullan E et al. (2001) Rheumatic fever. Curr Rheumatol Rep 3: 445-452

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017