Epoxidharzsysteme

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Epoxid; Epoxide; Epoxidharz; Epoxidharze

Definition

Ausgangsmaterial für verschiedene Kunststoffe. Es kommt u.a. vor in Zweikompo-nenten-Klebern, Isoliermaterial, Lacken und Schutzanstrichen, Baustoffen, orthopädischen Prothesen.

Allgemeine Information

Bewertung der Epoxidharzsysteme hinsichtlich der Auswirkung einer Allergie auf die Minderung der Erwerbsfähigkeit:
  • Epoxidharzsysteme werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften wie hohe mechanische, thermische und chemische Beständigkeit in zahlreichen industriellen und handwerklichen Bereichen eingesetzt. Sie finden Verwendung als Kleber, Formmassen, Fugenfüller, Bindemittel für Fasermassen, zur elektrischen Isolierung und als Beschichtungen. Sie werden auch in Zweikomponentenfarben und als Zuschlagstoffe zu verschiedenen Baustoffen eingesetzt. Sie können Bestandteile von Gemischen aus verschiedenen Kunstharzen sein.
  • Relevante berufliche Expositionen: Bauberufe (z.B. Fliesen- und Fußbodenleger, Betonarbeiter, Steinsanierer) und Kunststoffverarbeiter (z.B. in der Flugzeugindustrie, bei der Sportgeräteherstellung). Ebenso sind aus arbeitsmedizinischer Sicht einzelne Tätigkeiten im Elektromotorenbau (elektrische Isolierung), bei der Metallbearbeitung (Beschichtungen, Schraubensicherung, Kleben), in der Holzbearbeitung (Kleben) und in der Möbelherstellung (Kleben) als verschlossen zu betrachten.
  • Vier Besonderheiten sind bei Allergien gegenüber Epoxidharzsystemen besonders zu würdigen:
    • Komponenten von Epoxidharzsystemen sind sehr potente Allergene.
    • Die mono- und oligomeren Ausgangssubstanzen von Epoxidharzsystemen können aerogene Kontaktekzeme verursachen.
    • Ausgehärtete Epoxidharzsysteme verursachen in der Regel keine Hauterscheinungen bei Sensibilisierten.
    • Zur Diagnostik eines allergischen Kontaktekzems gegenüber Epoxidharzsystemen kann unter Umständen die Testung "Epoxidharz" in der Standardreihe nicht ausreichend sein. Bei negativem Ausfall dieser Testung müssen dann zusätzlich die kommerziell verfügbaren Epoxidkomponenten getestet werden. Dafür müssen Kenntnisse über die Zusammensetzungen und geeigneten Testkonzentrationen und -zubereitungen der einzelnen Stoffe vorhanden sein. Einige Substanzen dürfen nur in hoher Verdünnung getestet werden (z.B. Glycidether).
  • Auswirkung einer Allergie: Bei Allergien gegenüber Bestandteilen von Epoxidharzsystemen ist in der Regel eine "mittelgradige" Auswirkung der Allergie anzunehmen. Bei sehr hochgradiger Sensibilisierung kann eine "schwerwiegende" Auswirkung angenommen werden, sollte aber eigens begründet werden.

Literatur
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  1. Diepgen TL et al. (2005) Evidenzbasierte Beurteilung der Auswirkung von Typ-IV-Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit - Begutachtung berufsbedingter Hautkrankheiten. Hautarzt 56: 207-223
  2. Diepgen TL, Dickel H, Becker D, Blome O, Geier J, Schmidt A, Schwanitz HJ, Skudlik C, Wagner E, für die Arbeitsgruppe "Bewertung der Allergene bei BK 5101" der ABD in der DDG (2002) Beurteilung der Auswirkung von Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit im Rahmen der BK 5101. Teil I: Acrylate/Methacrylate, Epoxidharz-Systeme, Formaldehyd, Dichromat, Kolophonium, Latex, Nickel, p-Phenylendiamin. Dermatol Beruf Umwelt 50: 139-154

Verweisende Artikel (3)

Epikutantest; Epikutantest; Klebstoffe;

Weiterführende Artikel (1)

MdE;
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