Epidermalzysten L72.0

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Atherom; epidermale Zyste; epidermale Zysten; Epidermiszyste; Epidermiszysten; Epidermiszysten traumatische; epidermoidale Hornszyste; epidermoid cyst (e); Epidermoidzyste; Epidermoidzysten; Epithelzyste; Epithelzysten; Epithelzysten traumatische; Follikelzyste; Follikelzysten; Hautzyste; Hornzyste; Retentionszyste; Retentionszysten; Steatom; Steatome; Talgretentionszysten; Zyste epidermale; Zyste infundibuläre

Definition

Häufige, in der mittleren oder tiefen Dermis gelegene, harmlose, epithelumkleidete, unterschiedlich große, meist hautfarbene, 1,0 - 3,0 cm, scharf begrenzte Hohlräume, mit gallertartigen oder festem Inhalt, unterschiedlicher Genese (traumatisch, entzündlich, genetisch).  

Einteilung

Man unterscheidet nach Auslöser:

  • Primäre Epidermalzyste: Ätiologisch ungeklärt.
  • Sekundäre Epidermalzyste: Traumatisch induziert.

Ätiopathogenese

In den meisten Fällen durch Obstruktion des Follikelostiums entstehende Retentionen, die sekundär zur Proliferation des Follikelepithels führen. Multiple epidermale Zysten am Stamm treten meist in Verbindung mit einer Acne vulgaris oder conglobata auf. Bei den sog. primären Epidermalzysten ist die Ätiologie ungeklärt.

Manifestation

Jugendliche, junge und Erwachsene mittleren Alters,

Lokalisation

Ubiquitär; v.a. Gesicht, Rumpf, proximale Extremitätenabschnitte, selten an Fußsohlen

Klinisches Bild

  • Solitärer oder in Mehrzahl auftretender, indolenter, tief dermal gelegener, gut abgrenzbarer, 0,2 bis 3,0-5,0 cm großer, hautfarbener, nur selten pigmentierter, prall elastischer, auf der Unterlage verschieblicher Tumor. Klinisch und dermatoskopisch ist meist ein zentraler Porus nachweisbar. Ruptur und konsekutive akute Abszessbildung (Furunkel) möglich.
  • Bei multiplen Epidermalzysten ist in der Anamnese meist eine Acne vulgaris oder Acne conglobata vorhanden.
  • Multiple Epidermalzysten kennzeichnen die sog. Sebocystomatosis scroti. 
  • Multiple Zysten können Teilsymptom eines Gardner-Syndroms oder Basalzellnaevus-Syndroms sein.
  • Vereinzelt wurden multiple Epidermalzysten auch nach immunsuppressiver Behandlung organtransplantierter Patienten mit Ciclosporin A beobachtet.

Histologie

Die Zystenwand besteht aus geschichtetem Plattenepithel mit Ausbildung eines Stratum granulosum. Im Lumen zeigen sich zwiebelschalenartig geschichtete Hornlamellen sowie je nach Alter der Zyste mehr oder weniger Haare. Bei Rupturierung findet sich dichtes granulomatöses Infiltrat mit Riesenzellen vom Fremdkörpertyp im Zystenlumen und in der Umgebung.

Differentialdiagnose

Komplikation

Nicht entzündete Epidermalzysten bleiben im Allgemeinen asymptomatisch. Unsachgemäße mechanische Bearbeitung (fehlerhaftes Exprimieren) kann zu schweren abszedierenden Entzündungen ( Furunkel) führen. Dann besteht Op-Indikation! Entwicklung von Basalzellkarzinomen oder Plattenepithelkarzinomen in Epidermalzysten ist selten.

Therapie

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

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