Eosinophilie Hautveränderungen Grunderkrankung + D72.1

Zuletzt aktualisiert am: 26.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Dermatosen eosinophile; eosinophile Dermatosen; Eosinophile Hauterkrankungen; Eosinophilic dermatoses; Hauterkrankungen eosinophile; Hypereosinophile Dermatosen

Definition

Erhöhung des Normwertes eosinophiler Granulozyten im Blut (Normwert: 2-4% oder 50-500/µl) oder in Geweben. Eine Eosinophilie liegt vor, wenn die absolute Zahl der Eosinophilen von 500/µl überschritten wird (> 50% der gesamten Leukozyten). Der früher genutzte Begriff "Hypereosinophilie" (> 1500/µl) ist nicht mehr gebräuchlich und findet nur noch nomenklatorischen Eingang in dem sog. Hypereosinophilie-Syndrom.

Einteilung

  • Primäre Eosinophilien:
    • klonale Eosinophilie
    • idiopathische Eosinophilie.
  • Sekundäre Eosinophilie:
    • reaktive Eosinophilie.
  • Unter den primären Eosinophilien werden klonale und idiopathische Formen zusammengefasst. Bei den klonalen Eosinophilien handelt es sich überwiegend um hämatologische Neoplasien oder myelodysplastische und -proliferative Erkrankungen.
  • Unter reaktiven (oder auch sekundären) Eosinophilien werden alle Zustände zusammengefasst, bei denen eine kurzfristige oder persistierende Eosinophilie stets in Assoziation mit einer nachweisbaren Erkrankung (z.B. parasitäre Erkrankung, maligne Tumoren) oder Ursache (z.B. Arzneimittel) nicht klonalen Ursprungs auftritt. Hierunter sind auch zahlreiche weitere dermatologische Erkrankungen einzuordnen.

Im folgenden sind Erkrankungen aufgelistet, die konstant oder inkonstant von einer Eosinophilie des Blutes begleitet werden:

Vorkommen/Epidemiologie

Häufigste Ursache in Europa sind Allergien (> 20% der Bevölkerung); zunehmend sind Medikamente als Ursache einer Eosinophilie. Weltweit führen Parasitosen: je nach Region können bis zu 80% der Bevölkerung befallen sein.

Diagnose

Vorgehen bei Eosinophilie:
  • Anamnese (Allergien, Atopie, Familienanamnese, Medikamente, Impfungen, Reiseanamnese)
  • Körperliche Untersuchung (welche Organe involviert, Haut, Herz, Lunge, GIT)
  • Labor: Blutbild, ECP, Stuhluntersuchungen (Parasiten), Prick, RAST

Merke! Eine Eosinophilenzahl > 1500/ul ist für allergische Erkrankungen eher ungewöhnlich. Die Konstellation von Hämatoeosinophilie und unspez. Hauterscheinungen bedarf einer hämatologischen Abklärung.

Hinweis(e)

Bei verschiedenen klonalen Hämato - Eosinophilien kann ein Rearrangement der Gene des "platelet-derived growth-factor receptor" (PDGFR) alpha und beta nachgewiesen werden. Durch Inhibition bestimmter durch diesen Rezeptor beeinflusster zytoplasmatischer Tyrosinasen ( Imatinib) können primäre Eosinophilien erfolgreich behandelt werden.

Literatur
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  1. Wozel G (2007) Eosinophilie Dermatosen. Hautarzt 58: 347-360

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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