Ekzem (Übersicht) L30.9

Zuletzt aktualisiert am: 13.03.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Eccema

Definition

Der Ekzembegriff verliert im internationalen Schrifttum zunehmend an Bedeutung. Insofern bezieht sich dieser Artikel auf die bisher übliche Defintion und Klassifizierung. Die ersetzende, nicht präjudizierende Bezeichnung "Dermatitis" wird synonym gebraucht.

Als "Ekzem" wurde hisher eine akut bis chronisch verlaufende, nicht infektiöse Entzündungsreaktion von Epidermis und Dermis, hervorgerufen durch eine Vielzahl exogener Noxen und endogener Reaktionsfaktoren mit typischer klinischer Symptomatik (Juckreiz, Erythem, Papel, Seropapel, Bläschen, Schuppung, Krustenbildung, Lichenifikation) und charakteristischem histologischem Erscheinungsbild (Spongiose, Akanthose, Parakeratose, lymphozytäre Infiltration). Im angloamerikanischen Sprachgebrauch wird der Begriff Ekzem ("eczema") meist durch die Bezeichnung "Dermatitis" ersetzt, was  zu einer nicht unerheblichen nomenklatorischen Problematik führt.

Einteilung

Die Ekzemgruppe lässt sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren, wobei eine Grobeinteilung nach "atopisches Ekzem, toxisches und allergisches Kontaktekzem" ein Großteil der Erkrankungen der Ekzemgruppe abdeckt.

Eine weiterführende Einteilung (n. P. Fritsch) berücksichtigt neben der Pathogenese auch topographische und endogene Einflüsse auf die ekzematöse Grundreaktion und wird damit der Vielfalt der Reaktionsmuster und den hierdurch notwendig werdenden unterschiedlichen Therapiemodalitäten subtiler gerecht.

Histologie

Akanthose unterschiedlicher Ausprägung, Verlängerung der Reteleisten, Hyperkeratose mit parakeratotischen Anteilen, perivaskuläres, teils auch diffuses, überwiegend lymphozytäres Infiltrat in der oberen Dermis mit leichter bis deutlicher dermaler Fibrose (je nach Bestanddauer der Ekzemreaktion). Meist Proliferation von Kapillaren in der Infiltratzone. Fokal sehr unterschiedlich ausgeprägte (je nach Akuitätsgrad der Ekzemreaktion) Epidermotropie mit Spongiose (bis hin zur intraepidermalen spongiotischen Blasenbildung) verschiedenen Schweregrades.

Therapie

Interne Therapie

Hinweis(e)

Die Bezeichnung " Dermatitis" schließt die Bezeichnung Ekzem mit ein. Der  Begriff Dermatitis ist sehr viel weiter gefasst als die Bezeichnung "Ekzem", da hierunter auch Krankheiten subsumiert werden (Beispiel: hypereosinophile Dermatitis, Dermatitis herpetiformis u.a.), die der wesentlich enger gefassten Begrifflichtkeit "Ekzem" nicht entsprechen.

Auch im histopathologischen (deskriptiven) Sprachgebrauch beansprucht die Bezeichnung "Dermatitis" ein weites Feld für sehr unterschiedliche Entzündungsmustern der Dermis (z.B. neutrophile Dermatitis, granulomatöse Dermatitis u.a.).

Im internationalen Schrifttum verliert der "Ekzembegriff" zunehmend an Bedeutung. Die in der traditionellen Auffassung als "Ekzemerkrankungen" bezeichnete Krankheitsgruppe wie "das Atopische Ekzem, das Kontaktallergische Ekzem, das Mikrobielle Ezem, das Seborrhoische Ekzem u.a. werden international unter der Begrifflichkeit "Dermatitis" geführt: Atopic dermatitis,  Seborrheic dermatitis, Contact dermatitis u.a. Diesem Trend wird sich die deutschsprachige Dermatologie nicht entziehen können. Insofern wird auch in dieser online-Enzyklopädie der Begriff "Ekzem" durch den international üblichen Begriff Dermatitis ersetzt.

Literatur
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