Ebola-Fieber A98.4

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Afrikanisches hämorrhagisches Fieber; EBO-HF; Maridi-hämorrhagisches Fieber

Definition

Durch das Ebola-Virus verursachte akute, hämorrhagische Fieber-Erkrankung mit hoher Letalität, die von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Erreger

Ebola-Virus, Familie der Filo-Viren. Es sind 4 Stämme bekannt: Zaire, Sudan, Reston (löst kein hämorrhagisches Fieber aus), Elfenbeinküste.

Vorkommen/Epidemiologie

  • Namensgebung nach dem Fluss Ebola.
  • Erste Fälle traten im Südsudan 1972 bzw. 1976 auf. Betroffen waren im Sudan die Städte Maridi (erste Bezeichung als Maridi-hämorrhagisches Fieber) und Nzara sowie in der Demokratischen Republik Kongo [ehemals Zaire]) die Stadt Yambuka.
  • Epidemische Ausbrüche in Sudan, Demokratische Republik Kongo, Uganda, Südafrika, Gabun, Elfenbeinküste.
  • Übertragung von Mensch zu Mensch; das Reservoir ist unbekannt (vermutlich Flughund-Arten).

Klinisches Bild

Inkubationszeit 4-10 Tage (2-21 Tage). Abrupt Fieber und uncharakteristische Begleitsymptomatik. Konjunktivitis (häufig hämorrhagisch), makulo-papulöses Exanthem, Petechien, anschließend Pharyngitis, schwere Übelkeit, Erbrechen, schwere Blutungsneigung, Delirium.

Labor

Initiale Lymphozytose, anschließend Neutrophilie; Thrombozytopenie bei abnormer Aggregationstendenz; nur leichte Erhöhung des Bilirubins. Erhöhte Transaminasen, hoher AST/ALT-Quotient.

Diagnose

  • Virusnachweis in RT-PCR
  • Antikörpernachweis (Immunfluoreszenz, Western-Blot)
  • Elektronenmikroskopischer Virusnachweis
  • Antigennachweis in Leberabklatschpräparaten
  • Anzuchtsversuch im Meerschweinchen oder Vero-Zellen.

Differentialdiagnose

Marburg-Fieber; Malaria; Typhus; Bakterielle Meningo-Septikämien; Leptospirosen; Anthrax; Rückfallfieber.

Therapie

  • Symptomatische Therapie.
  • Im Frühstadium Rekonvalszentenserum (aufgrund des möglichen Hepatiis B-, C- und HI-Virus-Infektionsrisikos nicht mehr empfohlen).

Verlauf/Prognose

  • Tod nach 6-9 Tagen (1-21 Tagen).
  • Schwerer Verlauf in der Schwangerschaft.
  • Rekonvalsezenz möglich, aber verzögert, unter Gewichtsverlust, Amnesie.

Prophylaxe

  • Sofortige Isolierung von Erkrankten und bei Erkrankungsverdacht.
  • Kontakt mit Erkrankten meiden.
  • Einhaltung von strikten Infektionsmaßnahmen.
  • Impfung (aktive Immunisierung): Vakzinierung bei Javaneraffen (Langschwanzmakaken; Macaca fascicularis) mit einem abgeschwächten, lebenden, rekombinanten Vesiculären- Stomatitis-Virus (VSV), das auf seiner Oberfläche ein so genanntes Glycoprotein des Zaire-Ebolavirus-Stammes "Kikwit" produziert, ist erfolgreich. Impfung beim Menschen ist noch in der Erprobung.

Hinweis(e)

Merke! Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod sind nach §6 IfSG durch den Arzt namentlich an das Gesundheitsamt meldepflichtig. Nach § 7 IfSG besteht Meldepflicht bei direktem oder indirektem Nachweis des Virus.

Literatur
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  1. Editorial (1977) "After Marburg, Ebola". Lancet 1: 581-582
  2. Editorial (1977) Ebola Virus infection. Br Med J 2: 539-540
  3. Emond RT, Evans B, Bowen ET, Lloyd G (1977) Br Med J 2: 541-544

Weiterführende Artikel (2)

Anthrax der Haut; Malaria;

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