Dyschromie L81.9

Zuletzt aktualisiert am: 04.08.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Dyschroa; Dyschromasia; Dyschromasie; Dyschromatose; Dyschromia; Dyschromodermie

Definition

Insbesondere im angloamerikanischen Schrifttum sehr unterschiedlich definierter Begriff für eine endogen oder exogen bedingte, solitäre oder multiple, lokalisierte, disseminierte oder universelle (diffuse), durch unterschiedlich gefärbte, körpereigene oder körperfremde Pigmente (nicht Melanin-Pigmente) hervorgerufene, auf Druck nicht schwindende Farbveränderung der Haut (Kolorit), der Schleimhäute, der Haare, der Nägel (s.u. Chromonychie) und u.U. der Zähne.

Eine "melanotische Dyschromie" wird nicht als Dyschromie sondern als Hyperpigmentierung bezeichnet (s.dort).

Einteilung

Dyschromien können nach Farbe, Art (z.B. Metallsalze) und Herkunft (endogene oder exogen) der Pigmente unterteilt werden oder nach ihrer Lokalisation:

Dyschromien durch Metallsalze:

Dyschromien durch Medikamente:

  • Amalgam
  • Amiodaron (Dunkelfärbung der Haut)
  • Minocyclin (bei lang dauernder hoch dosierter Einnahme weitgehend reversible blau-schwarze Pigmentierung im Gesicht, an den Unterschenkeln und an der Mundschleimhaut durch eisenhaltiges Pigment)
  • Clofazimin (rötliche bis braun-violette Hautverfärbung)
  • Imipramim
  • Hydroxychloroquin (Malariaprophylaxe; Therapie des Lupus erythematodes)

Dyschromien durch Stoffwechselprodukte:

Exogene (umschriebene) Dyschromie:

  • Ochronose, exogene: nach Anwendung von Cremes mit Inhaltsstoffen wie Hydrochinon oder Phenol, die von Farbigen zur Bleichung der Gesichtshaut angewendet werden, kann es zu Pigmenteinlagerungen in die Haut kommen, meist an den Wange.
  • Argentum nitricum (Ätzmittel)
  • Eisen-III-chlorid (Pinselungen zur lokalen Blutstillung)
  • Farbstoffe angewandt zur Lokaldesinfektion (z.B. Kaliumpermanganat, Chinolinol, Fuchsin, Eosin, Methylrosaniliniumchlorid (Gentianaviolett)) oder sonstigen Therapiemaßnahmen (z.B. Dithranol zur Psoriasistherapie).
  • Farbstoffe (angewandt zu kosmetischen Zwecken z.B. Henna)
  • Schmuckstücke (=schwarzer Dermographismus: Verfärbungen der Haut an der Kontaktstelle des Schmuckstückes)
  • Tätowierungen (Schmuck- oder Schmutztätowierungen)
  • Temporäre Tätowierungen (z.B. Henna)
  • Schmutztätowieurungen (nach Verletzungen der Haut) 
  • Siderosen (Rostbildung) der Haut, nach Eindringen von eisenhaltigen Metallsplittern in die Haut.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 04.08.2019