Dupuytrensche Kontraktur M72.0

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Crispatura tendinuum; Dupuytren's disease; Fasciitis palmaris; Palmarfibromatose

Erstbeschreiber

Plater, 1614; Dupuytren, 1831

Definition

Umschriebene bindegewebige Induration der Palmaraponeurose mit Beugekontraktur der Finger. Pendant an der Fußsohle Plantarfibromatose (Ledderhose-Syndrom), s.a. Polyfibromatosis. Die ulnaren Finger sind gewöhnlich am stärksten betroffen. Kombination mit Induratio penis plastica (Peyronie-Syndrom) ist möglich.

Vorkommen/Epidemiologie

Häufung im nordischen Kulturraum (Skandinavien, Norddeutschland).

Ätiopathogenese

Häufige Ursache sind Traumen. Gehäuft bei Lebererkrankungen, Rauchern mit gleichzeitigem Alkoholkonsum und Dialysepatienten. Z.T. autosomal-dominant vererbt, herabgesetzte Penetranz und variable Expressivität wird angenommen. Pathogenetisch führen erhöhte lokale Produktion von Interleukin-1, basischem Fibroblasten-Wachstumsfaktor und "transforming growth factor beta" zur lokalen Proliferation von Fibroblasten und zur Überproduktion von Kollagen.

Manifestation

Meist bei älteren Männern. Männer sind im Vergleich mit Frauen 5-10mal häufiger betroffen.

Lokalisation

Vor allem Palmaraponeurose; zunächst 4. und 5. Finger.

Klinisches Bild

In Abhängigkeit von der Ausprägung unterscheidet man 4 Stadien:
  • 1. Grad: Umschriebene, palpable Knotenbildungen
  • 2. Grad: Beginnende Kontraktur, geringgradige Behinderung der Fingerstreckung im Grundgelenk
  • 3. Grad: Streckbehinderung im Mittel- oder im Grundgelenk
  • 4. Grad: Zusätzliche Überstreckung im Endgelenk und letztlich Beugekontraktur der Finger
Meist einseitige, seltener doppelseitige druck- oder spontan schmerzhafte knotige Verhärtungen der gelenknahen Palmaraponeurose; Beugekontraktur der ulnaren Finger durch Beziehungen zu anderen Veränderungen im Rahmen der Polyfibromatose (Induratio penis plastica, Fibrosis mammae, Leberzirrhose, "knuckle pads", Morbus Ledderhose).

Therapie

Tabellen

Therapie der Dupuytrenschen Kontraktur

Klinik

Therapie

1. Grad

Umschriebene, palpable Knotenbildungen ohne Kontraktur

Krankengymnastik, Nachtschiene, ggf. intraläsionale Glukokortikoide1

2. Grad

Beginnende Kontraktur, geringgradige Behinderung der Fingerstreckung im Grundgelenk

Operativ: Entfernung der gesamten Palmaraponeurose, auch gesunder Anteile zur Rezidivprophylaxe

3. Grad

Streckbehinderung im Mittel- oder im Grundgelenk

wie Grad 2

4. Grad

Zusätzliche Überstreckung im Endgelenk und letztlich Beugekontraktur der Finger

wie Grad 2, bei Befall der Beugesehnen: Sehnenverlängerung, Ultima ratio: Amputation des Fingers

Hinweis(e)

In einer größeren Studie (308 Pat) wurden gute Erfolge mittels intraläsionaler Applikation von Kollagenase aus Clostridium histolyticum erzielt.

Literatur
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  1. Baird KS, Crossan JF, Ralston SH (1993) Abnormal growth factor and cytokine expression in Dupuytren's contracture. J Clin Pathol 46: 425-428
  2. Brenner P et al. (2001) Dupuytren contracture in North Germany. Epidemiological study of 500 cases. Unfallchirurg 104: 303-311
  3. Dupuytren G (1831) De la rétraction des doigts par suite d'une affection de l'aponévrose palmaire. Opération chirurgicale, qui convient dans le cas. J Univ hebd Méd Chir prat Paris 5: 352-365
  4. Lopatecki M (2003) Dupuytren's contracture: aftercare and long-term results. Orthopade 32: 394-396
  5. Orlando JC, Smith JW, Goulian D (1974) Dupuytren's contracture: A review of 100 patients. Brit J plast Surg 27: 211-217
  6. Plater F (1614) Observationum in hominis affectibus. Liber I, L. König, Basel, S. 140
  7. Vogl A et al. (2005) Skin and alcohol. J Dtsch Dermatol Ges 3: 788-790

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