Diabetes mellitus Hautveränderungen E10-E14 + Hauterkrankung

Zuletzt aktualisiert am: 23.03.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Hauterkrankungen bei Diabetes mellitus; Haut und Diabetes mellitus; Hautveränderungen bei Diabetes mellitus

Definition

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Menschen; 5 Mio. Menschen in Deutschland leiden an dieser Erkrankung. Etwa 1/3 der Diabetiker entwicklen Hauterkrankungen. Diese treten sowohl bei manifestem Diabetes, wie auch im vordiabetischem Stadium auf. Die diabstischen Haut veränderungen sind zum Teil mit einer deutlich erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden.

4 Typen des Diabetes werden unterschieden:

  • Typ 1-Diabetes
  • Typ 2-Diabetes
  • andere spezifische Diabetesformen (z.B. Steroid-induzierte)
  • Gestationsdiabetes.

 

Einteilung

  • Hautveränderungen treten sowohl bei manifestem Diabetes, wie auch im vordiabetischen Stadium auf. Die aufgeführten Prozentzahlen beziehen sich auf mehrere Arbeiten mit größeren Kollektiven.
  • Hautveränderungen bei Diabetes mellitus können 4 Krankheitsgruppen zugeordnet werden:
    1. Hautinfektionen
    2. Hauterkrankungen mit überhäufiger Assoziation zu Diabetes mellitus
    3. Hauterkrankungen durch diabetische Komplikationen
    4. Reaktionen auf die antidiabetische Therapie (UAW).

Hautinfektionen:

Hauterkrankungen mit überhäufiger Assoziation zu Diabetes mellitus:

Hauterkrankungen durch diabetische Komplikationen:

Hauterkrankungen durch antidiabetische Therapie:

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Vorkommen/Epidemiologie

Prävalenz des Diabetes mellitus: 6% der Bevölkerung. Etwa ein Drittel aller Diabetiker entwickeln im Laufe der Erkrankung Hauterscheinungen.

Ätiopathogenese

Es isz nachweisbar, dass der Diabetes mellitus zum einen direkt erhöhte pathologische Glukosekonzentrationen schädigt, zum anderen indirekt, durch Bildung von "advanced glycation end‐products (AGEs)". AGEs entstehen in einer nichtenzymatischen Reaktion (Glykation) von Glukose und Proteinen, Lipiden und NukleinsäurenAGEs. Sie induzieren negative Wirkung auf nahezu alle Zellsysteme. So hemmen pathologische Glukosekonzentrationen die Proliferation, Migration und Proteinbiosynthese von Keratinozyten und Fibroblasten. In Endothelzellen bewirken sie Apoptose und hemmen die Stickstoffmonoxid‐Synthase (NOS) und damit die NO‐Synthese. Dies führt in vivo zu einer verminderten Vasodilatation . Pathologische Glukosekonzentrationen unterdrücken die Chemotaxis und Phagozytose von Zelltypen der angeborenen Immunabwehr.

AGEs interagieren mit einer Reihe von intrazellulären und extrazellulären Proteinen, z. B. Kollagen‐Typ I, Superoxid‐Dismutase 1 oder Epidermal growth factor receptor und schwächen deren biologische Funktion ab. Weiterhin binden AGEs an RAGE (Receptor for AGEs). Dadurch kommt es zu Aktivierung des NF‐κB‐Signalweges mit Induktion proinflammatorischer Zytokine . Sowohl pathologische Glukosekonzentrationen als auch AGEs führen zu einer vermehrten Bildung von intrazellulärem oxidativen Stress  (Bildung reaktiver Sauerstoffspezies - ROS). Ursächlich ist eine Depletion antioxidativer Schutzenzyme wie Glutathion oder der mitochondrialen Superoxid‐Dismutase. Zum anderen kommt es zur Induktion von ROS‐generierender Enzyme wie z. B. Nikotinamid‐Adenin‐Dinukleotid‐Phosphat‐Oxidase .

Literatur
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