Dexrazoxan

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Vorstufe eines Pharmakons, die intrazellulär zu einem Chelatbildner metabolisiert wird, der die Eisen-vermittelte Bildung freier Radikale verhindern soll. Dexrazoxan ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung einer Extravasation durch Anthracycline geeignet ist.

Wirkungen

  • Verhinderung der Kardiotoxizität von Anthracyclinen, indem durch Eisenchelatbildung die eisenabhängige oxidative Belastung durch freie Radikale verringert wird, die mit einer Anthracyclin-induzierten Kardiotoxizität verbunden ist.
  • Antineoplastische Wirkung durch Hemmung der Topoisomerase II. Beide Mechanismen können zur Schutzwirkung gegen eine Gewebezerstörung nach einer Extravasation durch Anthracycline beitragen.

Indikation

  • Cardioxane: Zugelassen zur Prophylaxe von chronischer kumulativer Kardiotoxizität durch Verwendung von Doxorubicin oder Epirubicin bei Pat. mit fortgeschrittener und/oder metastasierter Krebserkrankung nach vorheriger anthrazyklinhaltiger Behandlung.
  • Savene: Behandlung der Paravasation durch Anthracycline.

Komplikation(en)

Hämatotoxizität; Neutrozytopenie und Thrombozytopenie (ca. 50% der Patienten). Weiterhin Übelkeit/Erbrechen bei ca. 1/3 der Patienten; seltener sind Erhöhung der Konzentration von Leberenzymen.

Merke! Regelmäßige Überwachung der hämatologischen Parameter dringend erforderlich.

Dosierung und Art der Anwendung

  • Cardioxane: 30 Min. vor Gabe des Anthrazyklins als i.v.-Infusion (15 Min.) in einer Dos. gegeben, die dem 20fachen der Doxorubicin-Äquivalenzdosis bzw. dem 10fachen der Epirubicin-Äquivalenzdosis entsprechen.
  • Savene: Applikation erfolgt 1mal täglich i.v. an 3 aufeinanderfolgenden Tagen: 1000 mg/m2 KO an Tag 1 und 2 sowie 500 mg/m2 KO an Tag 3. Die errechnete Dosis muss über 1-2 Stunden als langsame intravenöse Infusion in eine große Vene einer anderen Extremität/Fläche als der von Läsionen (Paravasaten) betroffenen Extremität/Fläche gegeben werden.

    Merke! Die erste Infusion sollte spätestens innerhalb der ersten 6 Std. nach einer paravenösen Infusion erfolgen.

Kontraindikation

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, Frauen im gebährfähigen Alter, die keine schwangerschaftsverhütenden Methoden anwenden, Stillzeit oder gleichzeitige Impfung mit Gelbfieberimpfstoff.

Präparate

Savene (EMA-Zulassung); Cardioxane (Zulassung in Deutschland)

Hinweis(e)

Merke! Wegen Zytotoxizität von Dexaroxan sollten sexuell aktive Männer für mindestens 3 Monate nach Ende der Behandlung mit Dexrazoxan eine wirksame Empfängsnisverhütung praktizieren.

Verweisende Artikel (1)

Zytostatika Paravasate;
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