Desmosomen

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Bizzozerosche Knoten; Ranviersche Knoten

Definition

Desmosomen (griechisch: desmos = Verbindung; soma = Körper) sind plattenartige Verdichtungen an den seitlichen Wänden von Zellmembranen, die wie Druckknöpfe eine enge Verbindungen zwischen zwei Zellen herstellen. Desmosomen kommen v.a. in Zellen mit intensiver mechanischer Belastung wie z.B. in Epithelzellen aber auch in einigen nicht-epithelialen Geweben (z.B. der Herzmuskulatur) vor und verbessern den mechanischen Zusammenhalt, indem sie die zelleigenen Intermediärfilamente mit denjenigen anderer Zellen verbinden. Bei den Epithelzellen sind dies meist die Keratin-Filamente (Tonofilamente) und bei Herzmuskelzellen Desmin-Filamente. Da die Intermediärfilamente (s.u. Zytoskelett) in ihrem weiteren Verlauf die gesamte Zelle durchziehen, verknüpfen sie das Desmosom mit dem Zytoskelett und stabilisieren somit seinen Ort auf der Zelloberfläche. Durch die Verbindungsstelle (Plaque) hindurch ragen homotypisch bindende Cadherine (Desmoglein und Desmocollin), die ebenfalls in der Zytoplasmaplatte verankert sind. Sie verbinden sich im interzellulären Raum mit Cadherinen von anderen Zellen und stellen somit eine Verbindung her. Autoantikörper gegen Desmoglein (Erkrankungen der Pemphigusgruppe) führen zu Zerstörungen der desmosomalen Haftung zwischen den Zellen und zu dem histologischen Bild der Akantholyse. Der Interzellularraum ist im Bereich der Desmosomen teilweise leicht verbreitert und mit filamentösem Material (Glycoproteinen und Mukopolysacchariden), ähnlich einer Kittsubstanz, gefüllt. S.a.u. Hemidesmosomen.

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