Dermatitis, papulöse in der Schwangerschaft O26.4

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Papular dermatitis of pregnancy; Papular dermatitis of pregnancy (PDP); PDP

Erstbeschreiber

Spangler et al., 1962

Definition

Seltene, in ihrer Entität umstrittene, mit juckenden Papeln einhergehende Schwangerschaftsdermatose (s.u. Schwangerschaft, Hautveränderungen).

Vorkommen/Epidemiologie

Sehr selten; eine Erkrankung auf 2500 Schwangerschaften.

Lokalisation

Gesamtes Integument ohne besondere Prädilektionsstellen.

Klinisches Bild

Rezidivierende tägliche Eruption urtikarieller, stark juckender Papeln, hämorrhagische Krustenbildung, Pigmentierungen.

Labor

Erhöhter Choriogonadotropinspiegel im Urin, erniedrigte Kortisonhalbwertszeit im Serum. Intrakutan-Test: Positive Reaktion gegen Plazentaextrakt von an PDP-erkrankten Patientinnen.

Differentialdiagnose

PUPPP und andere Schwangerschaftsdermatosen.

Komplikation

In 12% Abort oder Totgeburt (Plazentainsuffizienz?).

Externe Therapie

  • Zunächst Versuch mit blander, wirkstofffreier Lotio alba (bzw. ethanolischer Zinkoxidschüttelmixtur R292 ), Emulsionen oder Gelen. Wirkstofffreie kühlende Gele lindern zeitweilig den Juckreiz. Ebenso bringen kühles Abduschen, "Cool-Packs" oder feuchte Umschläge, z.B. mit 0,9% NaCl-Lösung, Linderung.
  • Wenn nicht ausreichend, antipruriginöse Zusätze wie Polidocanol 3-5% (z.B. Thesit, R200 , R197 , Optiderm) oder Tannin 3-5% R247 in Lotio alba. Nächste Stufe sind Glukokortikoid-haltige Emulsionen wie 0,5% Hydrocortison-Emulsion (z.B. Hydrogalen, R123 ) oder Hydrocortison in einer Creme-Grundlage (z.B. Hydro Wolff, R119 ).

Interne Therapie

  • Bei starkem und intolerablem Juckreiz mit erheblichen Schlafstörungen Glukokortikoide wie Prednison (z.B. Decortin) 20-40 mg/Tag unter schrittweiser Dosisreduktion entsprechend des klinischen Befundes. In schweren Fällen und in den letzten Schwangerschaftswochen zusätzliche Gabe von Diphenhydramin-HCl (z.B. Vivinox 25-50 mg/Tag) oder Benzodiazepinen (z.B. Diazepam 2-5 mg/Tag).
  • Die Gabe von Antihistaminika in der Schwangerschaft wird in der Literatur unterschiedlich beurteilt. Es kommen jedoch höchstens Präparate der 1. Generation wie Clemastin (z.B. Tavegil 2mal/Tag 1 Tbl. p.o. oder 2mal/Tag 1 Amp. i.v.) oder Hydroxyzin (z.B. Atarax 1-3 Tbl./Tag) infrage.

Verlauf/Prognose

Abheilung nach der Entbindung, Wiederauftreten in nachfolgenden Schwangerschaften.

Literatur
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  1. Michaud et al. (1982) Papular dermatitis of pregnancy. Arch Dermatol 118: 1003
  2. Moses S (2003) Pruritus. Am Fam Physician 68: 1135-1142
  3. Nguyen LQ et al. (1990) Papular dermatitis of pregnancy: a case report. J Am Acad Dermatol 22: 690-691
  4. Spangler AS, Reddy W, Bardawil WA, Roby CC, Emerson K (1962) Papular dermatitis of pregnancy. A new clinical entity? JAMA 181: 577-581

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