Dermatitis hypereosinophile D72.1

Zuletzt aktualisiert am: 26.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Dermatitis eosinophile; Eosinophile Dermatitis; Hypereosinophile Dermatitis; Hypereosinophilic dermatitis

Erstbeschreiber

Nier u. Westfried, 1981

Definition

Idiopathische (polyätiologische), wahrscheinlich monosymptomatische, dermatologisch geprägte Minusvariante des Hypereosinophilie-Syndroms (Minusvariante), mit eminent chronischem, schubweisem Krankheitsverlauf.

Lokalisation

Stamm und Extremitäten mit Aussparung von Kopf, Palmae, Plantae, Glans penis und Vulva.

Klinisches Bild

Häufig eher diskretes, wechselhaftes Exanthem mit disseminierten, kaum stecknadelkop- bis 0,5cm großen, roten, meist außerordentlich stark juckenden, Papeln, Papulovesikeln und Flecken. Leitsymptom des Krankheitsbildes ist der häufig quälende Juckreiz, wobei die klinisch-morphologische Hautsymptomatik ganz in den Hintergrund rücken kann.  

Meist keine nachweisbaren Neoplasien, keine Parasiten, oder Organbeteiligungen.

Labor

Leitsymptom: Persistierende oder ondulierende Bluteosinophilie >10%. Wichtig ist bei Abnahme des Blutbildes sich zu vergewissern, dass der Patient zum Zeitpunkt der Blutentnahme weder extern nocht intern Glukokortikoide erhalten hatte. Empfehlenswert ist eine mehrfache Kontrolle unter strikter Steroidkarenz!    

Histologie

Ausgeprägte superfizielle interstitielle lymphozytäre Dermatitis mit ausgeprägter Eosinophilie. Fokale Epitheliotropie mit geringer oder fehlender Spongiose. 

Differentialdiagnose

Eosinophile Zellulitis, Hypereosinophilie-Syndrom, atopisches Ekzem, Pruritus bei ACE-Hemmer; neurogener Pruritus.  

Externe Therapie

Falls keine Ursache eruierbar ist, zunächst externe schwache oder kurzfristig auch mittelstarke Glukokortikoidexterna anwenden, z.B. Hydrocortison-Creme R121 oder Betamethason-Creme R029 . Zwischenzeitlich blande rückfettende Externa (z.B. Basiscreme (DAC), Linola Milch) oder Lotio alba.

Bestrahlungstherapie

PUVA-Bad-Therapie wurde mit gutem Erfolg eingesetzt.

Interne Therapie

  • Bei unzureichendem Erfolg systemische Behandlung mit Glukokortikoiden initial 20-40 mg/Tag p.o. Prednison-Äquivalent, Dauertherapie mit 5-10 mg/Tag p.o.
  • Gute therapeutische Ergebnisse einer multizentrischen Studie mit einer "targeted" Therapie mit Mepolizumab, einem Anti-IL-5-Antikörper liegen vor. Mepolizumab könnte zukünftig neue Therapieoptionen bei durch eosinophile Granulozyten getriggerten Dermatitiiden ermöglichen (Off-Label-Use).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Amini-Vaughan ZJ et al. (2012) Therapeutic strategies for harnessing human eosinophils in allergic inflammation, hypereosinophilic disorders, and cancer. Curr Allergy Asthma Rep 12: 402-41
  2. de Graauw E et al.(20159 Eosinophilia in Dermatologic Disorders. Immunol Allergy Clin North Am 35:545-560.
  3. Kaufmann S et al. (1987) Rezidivierendes Angioödem mit eosinophiler Dermatitis-Minusvariante des Hypereosinophiliesyndroms. Hautarzt 38: 206–209
  4. Mahajan VK et al. (2014) Idiopathic hypereosinophilic syndrome: a rare cause of erythroderma. J Dermatol Case Rep 8: 108-114
  5. Nir MA, Westfried M (1981) Hypereosinophilic dermatitis. A distinct manifestation of the hypereosinophilic
    syndrome with response to dapsone.Dermatologica 162:444-450.

 

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 26.05.2018