Dermatitis bullosa pratensis L23.-

Zuletzt aktualisiert am: 08.05.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Dermatitis Phyto-Photodermatitis; Dermatitis pratensis; Pflanzendermatitis; Photodermatitis phytogenica; Phytophotodermatitis; Phyto-Photodermatitis; Phytophotodermatose; Wiesengrasdermatitis; Wiesengräserdermatitis; Wiesengräser-Dermatitis

Erstbeschreiber

Oppenheim und Fessler, 1928

Definition

Phototoxisches Ekzem nach Kontakt mit Pflanzen, die phototoxische Substanzen enthalten und anschließender Besonnung.

Vorkommen/Epidemiologie

Die meisten auslösenden Stoffe stammen aus der Gruppe der Psoralene (Furocumarine) und sind in Blättern, Stängeln und Fruchtständen von heimischen oder exotischen Pflanzen enthalten. Folgende Pflanzen können nach Kontakt und Lichtexposition phtoallergische Reaktionen auslösen:

  • Pastinak (Pastinaca)
  • Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)
  • Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)
  • Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)
  • Engelwurz (Angelica)
  • Aschwurz (Dictamnus albus)
  • Feigenbaum (Ficus carica)
  • Weinraute (Ruta graveolens)
  • Bergamotte (Citrus bergamia)
  • Knorpelmöhre (z. B. Große Knorpelmöhre)
  • Sellerie (Apium graveolens)

Einige dieser Pflanzen werden auch in Getränken (Kräuterlikör), Gewürzen oder Parfüms verarbeitet und können auch auf diesem Wege eine phototoxische Reaktion auslösen.

Klinisches Bild

Akute, juckende, erythematöse, auch klein-oder großblasige Dermatitis, die meist als streifige Abklatschbilder der betreffenden Pflanzen bei Freibadenden auftreten.
 

Differentialdiagnose

Rhusdermatitis: durch Kontakt mit giftigem Efeu oder giftiger Eiche 

Toxische Kontaktdermatitis 

Verbrühungen (Anamnese)

Verbrennungen (Anamnese)

 

Therapie allgemein

Meiden der auslösenden Pflanzen. Dies geschieht am besten indem man sich nicht mit freiem Oberkörper auf frisches Gras legt.

Externe Therapie

In der akuten Entzündungsphase symptomatische Behandlung mit mittelstarken Glukokortikoid-haltigen Cremes oder Lotionen wie 0,1% Betamethason-Lotio (z.B. Betagalen, R030 ), 0,25% Prednicarbat-Creme (z.B. Dermatop), 0,1% Hydrocortisonbutyrat (z.B. Alfason Creme). Bei Blasenbildung sterile Eröffnung, abtrocknende feuchte Umschläge ggf. mit antiseptischen Zusätzen wie Chinolinol (z.B. Chinosol 1:1000) oder Kaliumpermanganat (hellrosa). Bei großflächigen Blasen Therapie wie Verbrennung 2. Grades. Abheilung in der Regel unter postinflammatorischer Hyperpigmentierung.

Verlauf/Prognose

Abheilung unter Hyperpigmentierung.

Literatur
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  1. Poniecka H (1990)Plants as the cause of contact allergy diagnosed at the Dermatological Clinic,Medical Academy, in Białystok.Przegl Dermatol 77:262-265.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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