CIN N87.0 + N87.1

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) sind beginnende Precursor-Läsionen für Plattenepithelkarzinome der Zervix uteri.

Einteilung

  • Unterteilung nach Grad der Atypie
CIN I leichte Dysplasie
CIN II mittelschwere Dysplasie
CIN III schwere Dysplasie und Carcinoma in situ (Cis)
  • Diagnosestellung in der Abstrichzytologie nach der Münchener Nomenklatur II (nach Soost)
Zytologischer Befund Pap Vermutete Histologie
Unauffälliges Zellbild I
Entzündliche regenerative, metaplastische oder degenerative Veränderungen, Hyper- und Parakeratosezellen II
Dyskariosen in Superfizial- und Intermediärzellen deuten auf eine Dysplasie leichten bis mittleren Grades IIID CIN I, II
Dyskariosen von Zellen aus tieferen Schichten IVa CIN II, III (schwere Dysplasie)
Dyskariosen von Zellen aus tieferen Schichten, beginnende Invasion nicht auszuschließen IVb CIN II, III (Cis)
Zellen eines invasiven Zervixkarzinoms oder anderer maligner Tumoren V invasives Karzinom
Ca. 85% der invasiven Zervixkarzinome sind Plattenepithelkarzinome. Unterscheidung nach verhornenden und nicht verhornenden, bzw. groß- und kleinzelligeren Karzinomen. Der Anteil der Adenokarzinome liegt bei ca. 10% (9-13%), der Anteil adenosquamöser Karzinome bei etwa 5% (2-8%). Adenokarzinome werden wie Plattenepithelkarzinome behandelt.

Ätiopathogenese

Die Entstehung einer CIN ist nicht im Regelfall, sondern eher selten die Folge einer zervikalen HPV-Infektion. Entscheidend für die mögliche Krebsentstehung ist die Persistenz der Hochrisiko-HPV-Infektion. Nur chronische Infektionen desselben HPV-Typs können sukkessiv zur Entstehung von in situ-Karzinomen und später zu invasiven Karzinomen führen. Kofaktoren hierfür sind Multiparität (> 5 Geburten), Langzeiteinnahme von Ovulationshemmern, Zigarettenabusus, Lebensalter > 30 Jahre, Immundefizienz. Die durchschnittliche Latenzzeit zwischen initialer HPV-Infektion und invasivem Karzinom beträgt 15-30 Jahre.

Prophylaxe

Zur Prophylaxe stehen heute ein bivalenter Impfstoff (Cervarix; gegen HPV 16, 18) und ein quadrivalenter Impfstoff (Gardasil; gegen HPV 6, 11, 16, 18) zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt eine Impfung für Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 12-17 Jahren. I.d.R. wird die Impfung in der empfohlenen Altersspanne auch von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Frauen, die zum von der STIKO empfohlenen Impfalter (12.-17. LJ) keine Impfung erhalten haben, können ebenfalls von der Impfung gegen HPV profitieren. Es liegt in der Verantwortung des Arztes, seine Patientinnen auf der Basis der Impfstoffzulassung auf Nutzen und Risiko der Impfung hinzuweisen.

Literatur
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Verweisende Artikel (5)

AIN; Dysplasie; Karzinogenese; KIN; Vulvakarzinom;

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