Chrysiasis Y45.4

Zuletzt aktualisiert am: 22.08.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Chrysosis; Gold-Ausschlag

Definition

Seltene Dyschromie durch Goldeinlagerung in der Haut.

Ätiopathogenese

Meist nach parenteraler Goldapplikation. Ab Gesamtmenge von 150 mg/kg KG ist das Auftreten wahrscheinlich.

Klinisches Bild

Schiefergraue, metallisch glänzende Verfärbung, vor allem im Bereich der lichtexponierten Hautareale und der Skleren.

Histologie

Feinkörnige bis grobschollige Ablagerung von Goldpartikeln an elastischen Fasern sowie an Basalmembranen (Nachweis durch Dunkelfeldtechnik möglich). Elektronenmikroskopie: Ablagerung von Pigmentgranula in Endothelzellen, Makrophagen und entlang der elastischen Fasern.

Diagnose

Histologie, Dunkelfeld, Atomabsorptionsspektrometrie, Neutronenaktivierungsanalyse.

Differentialdiagnose

Physiologische (aktinische) Hautpigmentierung: lichtbetont wie bei Argyrose; es fehlt der schiefergrau-glänzende Aspekt der Hautverfärbung. 

M. Addison: Generalisierte braune Hyperpigmentierung mit Betonung der lichtexponierten Bereiche (initial von normaler Sonnenbräune nicht zu unterscheiden). Weiterhin Pigmentierung von Achselhöhlen, Mamillen-, Genitalbereich; Pigmentierung von Handlinien, Narben, Druckstellen; grau-bräunliche Schleimhautpigmentierungen (infolge von vermehrter ACTH- und damit gleichzeitig MSH-Sekretion), meist porzellanweiße Nägel (Negativ zur umgebenden braunen Haut), seltener kommt es zu diffusen, braunen Nagelpigmentierungen, Verlust der Sekundärbehaarung, Neigung zu Hyperhidrose

Zyanose: Blau-Rotverfärbung; je nach Art der Zyanose sind Lippen und Schleimhäute betont zyanotisch, meist Zeichen der Herzinsuffizienz. 

Argyrose: Braunfärbung der Haut, lichtbetont! Medikamentenanamnese. klinisch nicht ohne wieteres unterscheidbar. 

Hydrargyrose: wurden früher als Bleichmittel eingesetzt. Der Einsatz ist verboten.  

Ikterus: Bilirubinerhöhung; Gelbfärbung der Skleren; Lebererkrankungen (z.B.Hepatitis, Leberzirrhose)!

 

Therapie

Dosisreduktion, ggf. Absetzen der Therapie. Vorsorglich sollte eine Gesamtmenge von 150 mg/kg KG nicht überschritten werden. Das sichtbare Pigment (subepidermaler Goldsaum) bildet sich unter Sonneneinstrahlung aus. Textiler und physikalisch/chemischer Lichtschutz (z.B. Anthelios, Eucerin Sun, s.a. Lichtschutzmittel) sind deshalb wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Über Erfolge mit dem gepulsten Farbstofflaser (595 nm) wurde berichtet. 

Literatur
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  1. Altmeyer P et al. (1975) Chrysiasis: Nebenwirkung einer intramuskulären Goldtherapie. Hautarzt 26: 330–333
  2. Loddenkemper K et al. (2002) Chrysiasis. Z Rheumatol 61: 173-174
  3. Rütter A et al. (1996) Metalldermatosen II. Hautarzt 47: 400–409
  4. Smith RW, Cawley MI (1997) Chrysiasis. Br J Rheumatol 36: 3-5
  5. Trotter MJ et al. (1995) Localized chrysiasis induced by laser therapy. Arch Dermatol 131: 1411-1414
  6. Yun PL et al. (2002) Q-switched laser-induced chrysiasis treated with long-pulsed laser. Arch Dermatol 138: 1012-1014

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